Gleich drei Abende in Folge beehrte Rudolf Buchbinder mit der Reihe "play & conduct" das Wiener Konzerthaus. An seiner Seite die Wiener Symphoniker, auf dem Programm die Wiener Klassik.

Dass sich das Konzept eines dirigierenden Pianisten bewähren kann, hat Daniel Barenboim mit der Staatskapelle Berlin gezeigt. Dass es aber auch Schwierigkeiten birgt, liegt in der Natur der Sache. Bei der Erfolgs-Kombination Buchbinder-Symphoniker werden beide Potenziale ausgeschöpft, jenes des Gelingens wie jenes des Strauchelns.

Wobei die eigentlichen Wermutstropfen des Abends weniger dem vereinzelt vorhandenen Auseinanderdriften geschuldet sind als mehr der kaum vorhandenen musikalischen Eigeninterpretation Buchbinders. Denn schon in Haydns Konzert für Klavier und Orchester in D-Dur, das er zwar sehr rund und flüssig spielt, aber eben routiniert "abspult", fehlt es doch an Charisma. Mozarts C-Dur-Konzert gestaltet er da nuancierter, hier funktioniert auch das Zusammenspiel mit den Instrumentalsolisten tadellos. Dass er hier eine eigene Kadenz spielt, verdeutlicht noch seine interpretatorische Ambition in Sachen Mozart. Bei Beethoven C-Dur-Konzert allerdings rutscht er wieder gefährlich in die Nähe der Teilnahmslosigkeit; nur mit Mühe kann man bei Wiederholungen Variationsreichtum erkennen. Immerhin: Wenn das Orchester gestaltet, erwächst ein Hauch von Poetik.