Daniil Trifonov. - © APAweb/afp/Getty/Mike Coppola
Daniil Trifonov. - © APAweb/afp/Getty/Mike Coppola

Die magnetische Wirkung dieses Konzerttermins ging vom Klavierkonzert aus. Wenn Daniil Trifonov ein eigenes Werk im Musikverein als österreichische Erstaufführung zum Besten gibt, dann spitzen die ohnehin schon von dem Weltklassepianisten Begeisterten die Ohren noch ein wenig mehr. Sein Konzert für Klavier und Orchester in es-Moll schrieb Trifonov vor gut fünf Jahren.

Bei Trifonovs dreisätzigem Klavierkonzert fühlt man sich bloß an Bekanntes erinnert: Hier spätromantisches Schwelgen à la Rachmaninow, da ein bisschen rhythmische Motorik im Geiste Strawinskis. Und überall der süßliche Geschmack und die ausladende Geste von Filmmusik. Dass Trifonov mit technischen Herausforderungen nicht geizt, liegt in der Natur der Sache. Die Orchestrierung ist gut. Von einem kammermusikalischen Dialogisieren - wenn auch nur für einige Momente - kann aber keine Rede sein. Geschweige denn von einer sanglichen Melodie, die in Erinnerung bleibt.

Im Grund war der ganze Abend wenig nachhaltig. Jacques Offenbachs Ouvertüre zu "Die Rheinnixen" schien völlig deplatziert vor Trifonovs Konzert. Die Ballettmusik "Le Royaume de Neptune" aus "Orphée aux enfers" (ebenfalls eine österreichische Erstaufführung) ist in erster Linie belanglos. Henri Dutilleux’ "Métaboles" aus dem Jahr 1964 wirkten beinahe wie ein Fremdkörper. Wobei das RSO Wien unter Johannes Debus bei dieser groß besetzten und zugleich feinsinnigen Komposition zumindest seine Qualitäten aufzeigen konnte.