Bechet ersetzte seine Klarinette schon früh durch ein Sopransaxofon und wurde so ganz nebenbei der erste wirkliche Saxofonist des Jazz. Auch Sie wechseln manchmal zum Saxophon.

Ja, als ich 16 Jahre alt war, sagte mir ein Musiklehrer an der High School "Sie können ein Saxophon mitbringen, aber keine Klarinette." Vielleicht schien es ihm zu altmodisch. Ich mochte das Saxophon und habe mich in Dexter Gordons und Sonny Rollins Musik verliebt. Aber die Klarinette ist meine Freundin geblieben. Während meines Militärdienstes in Israel spielte ich als Tenorsaxophonistin in einer Big Band der Armee.

Mit ihren Brüdern Yuval, der Sopransaxophon spielt, und Avishai, dem Trompeter, gründeten Sie die Band "The 3 Cohens". Gab es immer diesen Zusammenhalt unter Geschwistern oder auch Differenzen?

Es existierte keine Konkurrenz unter uns. Wir waren Kinder, aber natürlich war der Altersunterschied da. Siebenjährige spielen normalerweise nicht unbedingt mit Zehnjährigen. Drei Jahre Altersunterschied bedeuten in dieser Zeit schon etwas. Und dann gibt es ja noch die Phase, wo Burschen Mädchen absolut doof finden. Aber wir hatten unsere gemeinsame Leidenschaft für die Musik. Deshalb spielte das alles keine große Rolle. Heute gehen wir teilweise getrennte Wege, haben unterschiedliche Fans. Aber alle drei lieben wir, nach wie vor, die Tradition der New Orleans Musik um Louis Armstrong.

Wie sind Ihre Eltern, damit umgegangen, drei so musikalische Kinder zu haben?

Meine Mutter war Musiklehrerin in einem Kindergarten. Sie hatte viel Verständnis. Und auch mein Vater. Er meinte sogar, dass er uns mal auf der Tuba begleiten würde, als vierter Musiker. Aber so weit kam es nicht. Vor allem habe ich von meinen Eltern nie gehört, dass ich erst mal einen vernünftigen Beruf erlernen soll, bevor ich Musikerin werde.

Sie treten sehr oft zusammen mit dem brasilianischen Gitarristen Marcello Gonçalves auf und haben auch ein Album mit ihm aufgenommen. Woher kommt Ihre Begeisterung für brasilianische Musik?

Eigentlich habe ich schon sehr früh brasilianische Musik gehört, und zwar von dem israelischen Sänger und Gitarristen Matti Caspi. Er spielte viele Lieder aus der Tropicalismo-Bewegung, die von Jimi Hendrix und Chuck Berry inspiriert wurde und vom sanften Sound des Bossa Nova, aber mit hebräischen Texten. Mir war damals gar nicht bewusst, dass es brasilianische Musik ist. Ich dachte, das sind israelische Lieder.