Schwarzenberg/Hohenems. (eb) Der Schubertiade ist für ihr Festival 2020 eine denkbar prominente Umbesetzung gelungen: Elisabeth Leonskaja wird beim Konzert des Cuarteto Casals am 26. Juni das geplante Programm übernehmen, und Lucas und Arthur Jussen, die bei der vergangenen Schubertiade ihr Debüt feierten, werden die Klaviermatinee am 28. Juni 2020 gestalten.

Notwendig wurde die Umbesetzung durch die Absage des Pianisten Sir András Schiff. Zahlreiche Medien berichteten von einem Konflikt des in Ungarn geborenen österreichisch-britischen Klavierstars mit dem Festivalleiter Gerd Nachbauer, in dem es sich um die Übermacht des Klavierbauers Steinway, aber auch um die künstlerische Qualität von Mitwirkenden und die Beurteilungskompetenz des Publikums drehte. In den medialen Darstellungen gingen die Wogen bisweilen hoch und überspülten mitunter auch die Fakten.

Mittlerweile wieder in einem ruhigeren Fahrwasser angekommen, legt die Schubertiade darauf Wert, dass Schiff selbstverständlich auf seinem eigenen Bösendorfer-Flügel gespielt hat und ihm das auch weiterhin nicht streitig gemacht worden wäre.

Dass der Mailverkehr zwischen Schiff und Nachbauer den Schubertiade-Abonnenten mitgeteilt wurde (was Schiff "enttäuscht" hat), erklärt Nachbauer damit, dass er seinen Abonnenten gegenüber Absagen begründen müsse. Schiff über seine Absage: "Das ist eine sehr schmerzvolle und schwere Entscheidung." Nachbauer hält sie für eine "kindische Reaktion". Dem Publikum bleibt die Hoffnung, dass ein gegenseitiges Einlenken bis 2021 vielleicht doch noch möglich ist.