Der Abend stand ganz im Zeichen Norwegens. Nicht nur war das Oslo Philharmonic auf Besuch, sondern es spielte auch der norwegische Pianist Leif Ove Andsnes. Da durfte freilich ein Grieg im Konzertprogramm nicht fehlen. Doch erst begrüßte man sein Wiener Publikum mit Strauss’ "Don Juan" - der wohlgemerkt ziemlich unnuanciert verpackt und mit vorlauten Bläsern gespickt war und daher nicht völlig überzeugte.

In Griegs a-Moll-Klavierkonzert gelingt der Einstieg besser, und vor allem der Pianist reißt das Publikum mit entschiedenem Anschlag und einer angenehmen Dosis an Präzision und Klarheit mit sich. Im Adagio rollt dann zwar auch das Orchester einen wunderbar samtenen Klangteppich aus, gesamt gesehen bleibt es aber meist zu weich und unflexibel. Die Feinabstimmung gestaltet sich schwierig, beinahe als würden die einzelnen Instrumentengruppen gegeneinander anspielen - zu wenig Raum lassen sie einander. Hier wäre Dirigent Vasily Petrenko als gestaltendes Element gefragt gewesen. Andsnes, so explosiv und gefühlvoll er auch sein kann: Er vermag das Werk nicht alleine auf seinen Schultern zu tragen.

In der abschließenden zweiten Symphonie Rachmaninows kommt es noch zu einigen energischen Momenten, verursacht durch dämonisch wetternde Celli, und vereinzelt gar zu lyrischen Oasen im Adagio. Doch so recht will sich der poetische Zauber nicht einstellen, die Symphonie plätschert dahin. Unaufgeregt und weder verstörend, noch sonderlich betörend.