Mit einem Potpourri-Programm von Klassik bis Gegenwart tourt derzeit das Pittsburgh Symphony Orchestra (PSO) als einer der Ausnahmeklangkörper der USA durch Europa. Der Zwischenstopp im Wiener Musikverein war für den österreichischen Chefdirigenten Manfred Honeck Ehrensache. Honeck hat hinsichtlich Perfektion zu der 120 Jahre andauernden Erfolgsgeschichte des PSO ein glänzendes Kapitel hinzugefügt. Dies wurde zu Beginn des Abends in dem schillernden Programmwerk "Resurrexit" des US-amerikanischen Komponisten Mason Bates (1977 geboren) deutlich. Mit dem Auftragswerk schuf Bates 2018 ein oszillierendes Klangbild, das zwischen harmonischen Klangwolken und zum Gebet rufenden riesenhaft besetztem Schlagwerk die Auferstehung Jesu erlebbar macht. Die Erstaufführungsserie während der Tournee darf als Geburtstagsgeschenk zu Honecks 60er gewertet werden, der für seine Liebe zu christlichen Traditionen berühmt ist.

Mozart und Schostakowitsch

Danach wurde es mit Igor Levit am Flügel galant: Mit Mozarts Es-Dur Klavierkonzert KV 482 erfüllte ein Höhepunkt der Klassik den entzückten Saal. Wobei nach dem technischen Eröffnungsallegro der zarte Andante-Dialog mit den Klarinetten und das populäre Rondo eine Wohltat wurden.

Der klangliche Höhepunkt des Abends sollte Schostakowitschs Fünfte Symphonie in all ihrem Witz und all ihrer Brutalität werden - nicht zufällig wurde die Einspielung der Pittsburgher voriges Jahr mit zwei Grammys ausgezeichnet. Auf das lyrisch-elegische Eröffnungsmoderato folgten im Allegretto sarkastische Ländler, das Finalallegro changierte zwischen respektvollem Schrecken und dennoch erhöhendem Triumph. Diese Interpretation schuf einen Musikmoment, der lange unvergesslich bleiben wird.