Eine Ära ist zu Ende. 1958 haben Friedrich Cerha und Kurt Schwertsik das Ensemble "die reihe" gegründet. Die Vorkämpferarbeit, die mit diesem Schritt und all den darauf folgenden geleistet wurde, kann in der Rückschau nicht hoch genug geschätzt werden. Die Idee, dem Publikum die Bandbreite der jeweiligen musikalischen Gegenwart in ihrer Vielfalt aufzuzeigen, ist bis heute schlicht grandios. Zeitgenössische Musik bekam plötzlich ein permanentes Forum im österreichischen Musikleben und darüber hinaus.

Wie sehr das Publikum dazumal auch vor den Kopf gestoßen wurde, zeigen kurze Auszüge aus früheren Rezensionen im Abrisskalender von "Wien Modern".

Im Rahmen des Festivals fand am Sonntag im Mozart-Saal des Wiener Konzerthauses das Abschiedskonzert des Ensembles "die reihe" statt. Mit einem klug ausgewählten Programm, das Werke der anwesenden "Gründungsväter" (Cerhas "Bruchstück, geträumt" WV 156 und Schwertsiks "4 Kinder - Toten - Lieder" op. 79 b) mit Kompositionen von Varèse ("Intégrales"), Webern (Sechs Stücke op. 6) und Weill ("Kleine Dreigroschenmusik") vereinte. Die Stimmungspalette der Musik reichte von bedrohlich aufgeregt bis nostalgisch zart, von nachdenklich konzentriert bis tänzerisch beschwingt. Pointiert dargeboten von den Musizierenden.

Das Dirigat war aufgeteilt zwischen den "Artistic Partners" Christian Muthspiel und dem charismatischen HK Gruber, der 25 Jahre als künstlerischer Leiter das Ensemble geprägt hat. Die Mission der Initiative ist erfüllt, die wertvolle Arbeit trägt Früchte. Ein großes Dankeschön dafür.