Das Festival Wien Modern lebt auch von seinen Kooperationen mit den zahlreichen Institutionen, die sich um die sogenannte Neue Musik entwickelt haben. Nach dem Ensemble die reihe, das vergangenen Sonntag nach gut 60-jährigem Bestehen sein Abschiedskonzert gegeben hatte, war die Alban-Berg-Stiftung dran, die zu ihrem 50er mitnichten ans Aufhören denkt. Dem kompositorischen Erbe ihres Namensgebers verpflichtet, macht sich die Stiftung auch um den Nachwuchs verdient. So brachte das Boulanger Trio im Festkonzert zwei Kompositionen für Klaviertrio zur Uraufführung, die im Rahmen eines Wettbewerbs prämiert wurden.

"Straße" von András Gelléri verbindet ein atonales Idiom mit expressiven Gesten, welche schattenhaft die romantische Tradition anklingen lassen. Was schon Alban Berg vollbrachte, klingt 100 Jahre danach nicht mehr ganz so neu. "Beleuchten" von Elias Jurgschat lotete dagegen die Ränder des traditionellen Klangspektrums aus und knüpfte damit an die inzwischen auch schon alt-ehrwürdigen Bemühungen um einen musikalischen Materialfortschritt an, trat dabei aber etwas auf der Stelle. Eine Ohrenweide waren davor Alban Bergs "Vier Stücke für Klarinette und Klavier" - die Klarinette wurde hier durchs Cello ersetzt.

Abgerundet wurde das Konzert mit Beiträgen der beiden Juroren des Kompositionspreises: Beat Furrer und Johannes Maria Staud, dessen soeben fertiggestelltes zweites Klaviertrio "Terra Fluida" mit virtuoser Spielfreude zum Abschluss noch Schwung in den Abend brachte.