Das Programm ist vielversprechend, die Abfolge zumindest spannend in diesem dritten Abonnementkonzert der Wiener Philharmoniker. Berg folgt auf Wagner folgt auf Ligeti.

György Ligetis "Atmosphères" stehen ganz zu Beginn und man darf sich freuen über ein buntes Farbspektrum an Klängen, die die Philharmoniker in diesem dafür prädestinierten Stück produzieren. Pianissimo bis schrill, dröhnend bis gedämpft. Sachte und konzentriert das Spiel des Orchesters unter Christoph von Dohnányi, der Wagners "Lohengrin"-Vorspiel gleich unmittelbar darauf folgen lässt, übergangslos.

Sphärisch setzen die Streicher ein, bauen Spannung auf, in Wellenbewegung zieht es gen Himmel. Doch so sehr es mystisch verzaubernd auffährt, so wenig verliert man dabei die Bodenhaftung. Elegant und fein.

Nun würde man bei Alban Bergs Violinkonzert eigentlich einen Kontrast erwarten, trotz der ebenfalls in himmlischen Sphären angesiedelten Betitelung "Dem Andenken eines Engels". Doch hier trifft man neben allen tonalen Bindungen auch auf Zwölftontechnik, da wäre Platz für viel Charakterspiel, das ruhig auch etwas kantiger ausfallen dürfte. Das tut es bei Rainer Honeck allerdings nicht. Seine Interpretation ist rund und in sich ruhend. Dennoch schafft er es nicht so richtig aus der samtig weichen Kuschelecke. Brahms‘ Dritte Symphonie gelingt wieder nuancierter, Dohnány idirigiert äußerst getragen, was diesem Werk wohltut. Er schafft es, Einzelteile, etwa die Flöte, heraus zu schnitzen, die sich wie Intarsien über den Grund legen. Ein sehr feiner Abend.