Der Tenor Yusif Eyvazov, auch bekannt als Ehemann von Anna Netrebko, steht im Mittelpunkt eines kleinen Opernskandals. Der Sänger soll im Februar beim SemperOpernball in Dresden singen. Angeblich habe er einen gemeinsamen Auftritt mit Kollegin Ruzan Mantashyan abgelehnt. Nicht etwa, weil sie nicht seine Gattin Netrebko ist, mit der er meistens im Doppelpack auftritt, sondern aus weit umstritteneren Gründen. Eyvazov soll Mantashyan verschmäht haben, weil sie Armenierin ist. Er selbst ist Aserbaidschaner und die Beziehungen zwischen den beiden Ländern sind seit Jahren notorisch angespannt.

Die französische Agentur der Sängerin beklagt, dass Mantashyan nahegelegt worden sei, ihr Engagement für den Abend zurückzuziehen. Von den Veranstaltern des Balls, SemperOpernball e.V., kam umgehend ein Dementi: Es habe zu keinem Zeitpunkt einen Vertrag mit der Sopranistin gegeben, man spricht von "Missverständnissen in der Kommunikation mit der Agentur". Dass sie wegen ihrer Nationalität "ausgeladen worden sei", weisen die Veranstalter zurück.

Yusif Eyvazov selbst hat sich auf seinem Instagram-Account zu den Vorwürfen geäußert: "Als Aserbaidschaner habe ich eine feste Meinung zur politischen Situation zwischen Aserbaidschan und Armenien. Aber meine politische Meinung hat nie und wird nie meine Arbeit auf der Bühne beeinflussen. Ich habe bereits mit armenischen Kollegen wie Maria Guleghina und Gevorg Akopyan und anderen zusammengearbeitet. Also bitte, verändert nicht die Fakten und glaubt nicht denen, die es tun.  Hört auf zu provozieren!" (cb)