Der russische Stardirigent Valery Gergiev hat die gestrige Staatsopern-Aufführung des "Lohengrin" verpasst und wurde am Pult durch Michael Güttler ersetzt. Eine entsprechende Meldung des "Kurier" bestätigte die Wiener Staatsoper am Montag auf Nachfrage der APA. Gergiev ist dafür bekannt, zu Auftritten spät anzureisen - was ihm auch schon vier Tage zuvor fast zum Verhängnis geworden wäre.

Nachdem bereits die erste Vorstellung der jüngsten "Lohengrin"-Spielserie aufgrund des kurzfristigen Einspringens von Klaus Florian Vogt für den erkrankten Piotr Beczala in der Titelpartie mit Verspätung begonnen hatte, konnte auch die dritte Vorstellung am 16. Jänner nicht pünktlich starten: Gergievs knapper Reiseplan wurde durch einen unfallbedingten Stau auf der Autobahn bis zum Äußersten ausgereizt. Damals wartete man noch auf den Maestro. Als am Sonntagnachmittag jedoch klar wurde, dass es der Dirigent wieder nicht pünktlich zur "Lohengrin"-Vorstellung in die Staatsoper schaffen würde, entschloss sich Direktor Dominique Meyer dazu, Michael Güttler als Ersatzdirigent ans Pult zu bitten.

Üblicherweise erfolge die Anreise von Dirigent und Sängern für Staatsopern-Aufführungen nicht erst am Vorstellungstag, an dem man zumindest eine halbe Stunde vor Beginn im Haus zu sein hat. Gergiev bekomme seine Abendgage selbstverständlich nicht ausgezahlt und müsse auch seine vergebliche Anreise privat bezahlen, hieß es seitens der Staatsoper. In dieser Saison sind keine weiteren Vorstellungen mit dem Dirigenten geplant.

Auch in der heutigen Vorstellung von "Salome" an der Wiener Staatsoper steht übrigens ein Einspringer am Pult: Dennis Russell Davies übernimmt die musikalische Leitung von "Salome" anstelle von Michael Boder, der seinerseits wiederum für den erkrankten Mikko Franck eingesprungen wäre.(apa)