Der italienische Dirigent Enrique Mazzola hat sich am Opernpult bereits einen Namen gemacht. Doch immer wieder streut er nebenbei Symphonisches ein und zeigt, dass ihm auch das am Herzen liegt. Felix Mendelssohn Bartholdys Ouvertüre "Die Hebriden" steht klangschön und dynamisch gut austariert zu Beginn.

Es folgt Mendelssohns Zweites Klavierkonzert, Jasminka Stančul ist die Frau an den Tasten. Sie gibt ihren Tönen wenig Pathos mit auf den Weg, die man zuerst noch dankbar entgegennimmt, schnell aber wünscht man sich doch ein wenig mehr Ausdruck in diesem Konzert, das von romantisch verträumt bis lebhaft und heiter reichen könnte. Ihr sehr solides Spiel ist zwar tadellos, plätschert aber etwas belanglos vor sich hin. Dass sie als Zugabe die "Mondscheinsonate" auswählt, zeugt nicht von überbordender Originalität.

Majestätisch

In Antonín Dvořáks Siebenter Symphonie ist Mazzola wieder am Zug: Er trifft den Charakter des Werks gut, majestätisch, elegant und schwungvoll. Dynamisch bewegt man sich eher auf der massiven Seite, nur selten drängt er die Musiker zurück. Dennoch bleibt das Gesamtbild relativ klar.

Die Wiener Symphoniker folgen ihm gut und glänzen mit einer satten Klangbasis - besonders erwähnt seien die Solobläser -, und im Scherzo gerät man in einen rhythmischen Sog, der einen angenehm beschwingt zurücklässt. Am Ende gibt es fürs Orchester sogar einen Kussmund vom Maestro. Verdient, allemal.