Es gibt auch eine Zeit nach dem Coronavirus und auf die konzentriert sich das RSO. Das  Orchester hat seine Vorhaben für die Saison 2020/21 online veröffentlicht. Sechs Ur- und fünf Erstaufführungen will man in der neuen Spielzeit präsentieren, in der man insgesamt 66 Konzerte eingeplant hat.

Ob  allerdings diese Auftritte alle wirklich stattfinden werden, steht derzeit noch in den Sternen, es sind nämlich auch zwei Einsätze bei den Salzburger Festspielen geplant, es ist derzeit noch offen, ob die überhaupt stattfinden werden. Geplant wären  ein Porträtkonzert zu Morton Feldman (7. August) und ein Auftritt unter Kent Nagano mit Bernsteins "Kaddish" und Mahlers "Lied von der Erde" (14. August).

Auch in der neuen Spielzeit dominiert die Musik der Gegenwart. Auftragswerke von Julia Purgina, Judit Varga und German Toro-Perez werden ebenso gespielt wie Stücke von Thomas Ades, Beat Furrer, Philipp Maintz oder Enno Poppe. Einen weiteren Großen der Moderne, Arvo Pärt, ehrt man am 24. September, knapp zwei Wochen nach dessen 85. Geburtstag, mit dem Auftaktkonzert des Kammerkonzertzyklus "Aus nächster Nähe" im Radiokulturhaus - unter anderem mit der Erstaufführung seines "Estnisches Wiegenlieds".

Von Wien modern bis Hollywood in Vienna

Am 30. Oktober eröffnet man mit Leo Hussain heuer passenderweise das Festival Wien Modern, wo man auch an zwei weiteren Abenden im Einsatz ist: Mit einem ausschließlich Sofia Gubaidulina gewidmeten Programm unter Oksana Lyniv und Friedrich Cerhas Opus Magnum "Spiegel". Sechs Konzerte im Musikverein und sechs im Konzerthaus im Rahmen der RSO-Aboreihen werden flankiert von drei Einsätzen im Theater an der Wien.

Der mittlerweile schon traditionsreichen Einsätze beim "Hollywood in Vienna"-Konzert am 2. und 3. Oktober, bei dem diesesmal Disney-Komponist Alan Menken im Fokus steht, und bei "Christmas in Vienna" im Dezember (diesesmal unter anderen mit Sopranistin Camilla Nylund) werden ebenso fortgeführt wie die Veranstaltungsreihe "Klassische Verführung" im Radiokulturhaus, bei der Teresa Vogl und Orchesterintendant Christoph Becher in die jeweiligen Werke einleiten.

Ein Höhepunkt im gewohnt umfangreichen Vermittlungsportfolio des RSO stellt heuer das Projekt "All Together - A Global Ode to Joy". Neben Workshops wie "my RSO probt", "my RSO backstage & on air", "Mitten in my RSO" oder "my RSO Musiklabor" gibt es nun eine Zusammenarbeit mit dem Verein "Superar". Diese kulminiert am 16. Oktober, wenn Chefdirigentin Marin Alsop mit den Kindern und Jugendlichen Beethovens 9. Symphonie dirigiert - Teil eines bereits angelaufenen globalen Projekts mit mehreren Orchestern auf allen Kontinenten. Zum Konzept gehören hier regionale Interventionen, die im Falle von Wien unter anderen von Komponist Tristan Schulze und Starpercussionist Martin Grubinger kommen. (apa)