Der russische Komponist Dmitri Nikolajewitsch Smirnow ist, wie erst jetzt bekannt wurde, am 9. April in Watford an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben.

Der russische Komponist Dmitri Smirnow ist in England an Covid-19 verstorben. - © Kompozitor/wikimedia
Der russische Komponist Dmitri Smirnow ist in England an Covid-19 verstorben. - © Kompozitor/wikimedia

Smirnow wurdeam 2. November 1948 in Minsk als Sohn von Opernsängern geboren. 1967 begann er ein Musikstudium am Moskauer Konservatorium. 1972 beendete Smirnow sein Studium und arbeitete ab 1973 als Redakteur im Verlag Sowetski Kompositor. Von 1981 bis 1993 war Smirnow als freischaffender Komponist tätig. 1991 übersiedelte er nach Großbritannien. Von 1993 bis 1997 Gastprofessor an der Universität Keele. Ab 1998 war Smirnow wieder freischaffend tätig. Smirnow war verheiratet mit der russischen Komponistin Elena Olegowna Firsowa.

Ausdrucksstarke Klänge

Smirnow war ein Vertreter einer postmodernen Richtung, allerdings ohne deren Verbeugungen vor dem allzu schönen Klang mitzuvollziehen. So kombinierte er raffiniert strukturierte Flächen mit kantablen Entwicklungen von großer Ausdruckskraft. Immer wieder wendete er sich dabei der englischen Literatur als Inspirationsquelle zu. Speziell die metaphysische Dichtung von William Blake war für Smirnow eine wiederholte Quelle der Inspiration, so auch in seiner Oper "Tiriel", aber auch in reinen Instrumentalwerken wie dem Klavierzyklus "Die sieben Engel des William Blake" oder der "Blake-Sonate" für Klavier.

Smirnow komponierte auch zwei bedeutende Sinfonien, deren erste, "Jahreszeiten", sich ebenfalls auf Blake bezieht, während die zweite eine groß angelegte Vokalssinfonie, auf Texten von Friedrich Hölderlin basiert. Weitere nennenswerte Werke Smirnows sind die Kantate "Das Hohelied" nach dem biblischen Text, ein ausdrucksintensives Cellokonzert sowie die "Mozart-Variationen".