Das Musikfestival Carinthischer Sommer hat seine Spielsaison 2020 den Pandemie-Bedingungen angepasst: Zwölf Konzerte - das Eröffnungskonzert dabei zwei Mal hintereinander - werden stattfinden, rund die Hälfte der geplanten Konzerte wird auf nächste Saison verschoben, hieß es in einer Aussendung am Montag. Wegen der Corona-Auflagen werden die größeren Veranstaltungen in Eissporthallen verlegt.

Das Eröffnungskonzert mit dem Wiener Jeunesse Orchester und Martin Grubinger am 10. Juli findet nun in der Ossiacher See Halle in Steindorf statt, die Kirchen-Filmoper "Jeanne d'Arc" in der Stadthalle Villach (20. August). Zum Abschluss am 29. August gibt es Beethovens Neunte Symphonie ebenfalls in der Ossiacher See Halle. Intendant Holger Bleck: "Besondere Zeiten erfordern besondere Konzepte." Er habe die Eissporthallen mit seinem technischen Leiter besucht und hofft, dort sogar ohne Verstärker auskommen zu können. "Ich war sehr erstaunt über die Akustik, es gibt dort eine leichte Überakustik. Ich erwarte, dass das sehr gut funktioniert."

Das Motto "feuertrunken" werde auch durch die verbliebenen Veranstaltungen gut abgedeckt, sagte Bleck. Zusätzlich zu den Konzerten wird das mobile Format "CS unterwegs" umgesetzt, außerdem wird es anlässlich 100 Jahre Kärntner Volksabstimmung nicht nur entsprechende Konzerte geben, sondern auch eine musikalisch umrahmte, zweisprachige Sonntagsmesse mit Bischof Josef Marketz in der Stiftskirche Ossiach (26. Juli).

Einlass mit personalisiertem Ticket und Ausweis

Organisatorisch bedeutet Corona erheblichen Aufwand. So müssen etwa nun sämtliche Ticketverkäufe rückabgewickelt werden. Dafür ausgestellte Gutscheine können dann für Konzerte heuer oder später eingelöst werden. Geld zurück wird es in der Regel nicht geben, so Bleck. Besucher brauchen am Einlass zu ihren personalisierten Tickets auch Ausweise, bis zum Sitzplatz gilt Mund-Nasen-Schutz-Pflicht, Pausen wird es keine geben. Größere Konzerte werden nach Möglichkeit in den August verschoben, wenn wieder 500 (bzw. unter Auflagen 1000) statt 250 Besucher erlaubt sind.

Bei einem Budget von 1,3 Millionen Euro, sagt Bleck, müssen sich die zwölf Konzerte ausgehen, auch wenn heuer nur bis zu 6.000 Tickets verkauft werden können. Üblicherweise wären es doppelt so viele gewesen. Sponsorgelder und öffentliche Förderungen wurden nicht gekürzt - vom Bund fließen 300.000 Euro, dazu kommen 380.000 Euro vom Land Kärnten und 170.000 Euro von der Stadt Villach. Man habe vorsichtig kalkuliert, so Bleck. "Wir wissen ja nicht, was die Pandemie noch für böse oder gute Überraschungen bereithält." (apa)