Die Zukunft des Grafenegg Festivals ist gesichert – und das für eine geraume Zeit: Am Mittwoch wurden die Verträge zur Nutzung des Schlosses und des Areals in Grafenegg zwischen der Familie Metternich-Sandor und der NÖ Kulturwirtschaft GesmbH (NÖKU) bis 2070 verlängert und erweitert. Das zur Verfügung gestellte Gesamtareal umfasst eine Fläche von 32 Hektar.

Neben dem Wolkenturm, dem Auditorium, der Alten Reitschule, der Taverne und dem Park können nun auch die Parkplatzflächen, die Proberäume im Schloss sowie die 2018 neu errichteten Grafenegg Cottages und die dazugehörige Alte Scheune verwendet werden. Diese Erweiterung ermögliche eine Weiterentwicklung des Standortes mit unterschiedlichen Themenfeldern, die neben dem Festival auch andere ganzjährige Kulturveranstaltungen, Kongresse, Symposien, Firmen-Events und private Veranstaltungen umfassten, teilte die Grafenegg Kulturbetriebs-GmbH mit. Geplant sei der Ausbau zu einem "musikalischen, kulturellen und touristischen Ganzjahresereignis".

"Ein Kulturhotspot"

"Grafenegg ist kultureller Leuchtturm in Niederösterreich mit Strahlkraft in die Welt hinaus", sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). Die Vertragsverlängerung ermögliche den Partnern "Planbarkeit, Sicherheit und Kalkulierbarkeit" und eröffne damit eine neue Etappe zum "Kulturhotspot". "Dieser Schritt ist die logische Weiterentwicklung Grafeneggs, und wir leisten damit bewusst einen wirtschaftlichen Impuls in herausfordernden Zeiten wie diesen", erklärte die Landeshauptfrau.

"Durch die Vertragsunterzeichnung haben wir für die nächsten 50 Jahre alle Möglichkeiten", bemerkte der künstlerische Leiter Rudolf Buchbinder. "Damit wird die Infrastruktur aus einer Hand betrieben und hat mit dem Land Niederösterreich und der NÖ Kulturwirtschaft GesmbH die bestmöglichen Partner", fügte Schlossbesitzer Tassilo Metternich-Sandor hinzu. "Indem wir die Gesamtverantwortung für Grafenegg übernehmen, können wir den Standort effizient, kreativ und nachhaltig in der Zukunft positionieren", so Paul Gessl, Geschäftsführer der NÖKU.

Die Grafenegg Kulturbetriebsgesellschaft löst eigenen Angaben zufolge die von der Familie Metternich-Sandor getätigten Investitionen für die Errichtung der Cottages und die Sanierung der Alten Scheune in Höhe von 4,9 Millionen Euro ab. Landeskulturfördermittel würden nicht aufgewendet, die Bewirtschaftung der Cottages werde in den kommenden Tagen ausgeschrieben. (apa)