Die Salzburger Festspiele stehen knapp einen Monat vor Start des Corona-bedingt reduzierten Jubiläumsprogramms täglich mit den zuständigen Gesundheitsbehörden in Kontakt. Das sagte Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler heute bei einer Pressekonferenz in Wien. "Jetzt gibt es diese Brandherde, die wird es immer wieder geben, und sie werden aufflackern", meinte Intendant Markus Hinterhäuser.

Bei der Pressekonferenz, auf der der ORF-Sendungsschwerpunkt vorgestellt wurde, spielten die Präsidentin und der Intendant "die Optimistin und der Pessimist", wie Rabl-Stadler scherzte: "Wir verkörpern ja Optimismus und Pessimismus." Das Gegensatzpaar laute vielmehr "Skeptizismus und etwas überzogener Optimismus", hielt Hinterhäuser dagegen. Bei aller Skepsis müsse man jedoch sagen, dass die Vorsichtsmaßnahmen in Kulturinstitutionen deutlich präziser seien als im öffentlichen Raum. "Wir müssen da eine Art von vernünftigem Realismus an den Tag legen - sonst müssen wir zusperren. Wir müssen die Bewegung auf dem brüchigen Eis so gestalten, dass wir nicht einbrechen."


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Zumindest eine "Jedermann"-Aufführung zum 100. Geburtstag

Rabl-Stadler betonte neuerlich, sie habe stets daran geglaubt, dass zumindest eine "Jedermann"-Aufführung zum 100. Geburtstag der Salzburger Festspiele möglich sein werde. Er habe es dagegen mehr mit Karl Valentin gehalten, meinte Hinterhäuser: "Hoffentlich wird es nicht so schlimm wie es schon ist - der Spruch war für mich im März, April und Mai entscheidend - und ist immer noch wichtig." Er könne "der neuen Normalität wenig bis gar nichts abgewinnen" und sehe das ermöglichte Programm, das am 1. August startet, als "etwas Schönes und Kostbares, weil wir alle nicht mehr wirklich damit gerechnet haben. Ich glaube auch, dass die Festspiele dazu beigetragen haben, dass andere Kulturinstitutionen wieder Mut fassen. Es wird ein ganz anderer Sommer sein, als wir gewöhnt sind. Man kann sich aber auf uns verlassen. Wir tun gar nichts, was nicht erlaubt ist."

Die Salzburger Festspiele hätten ein 50-seitiges Präventionskonzept erstellt, betonte Rabl-Stadler. Karten könnten erst nach der vollständigen Rückabwicklung der bisher gekauften Karten ab 13. Juli bestellt werden. Die Plätze werden im Schachbrettmuster vergeben: "Jeder zweiter Platz ist frei." Man haben einen eigenen Expertenbeirat und diskutiere schon jetzt täglich neue Entwicklungen mit den Behörden. "Es ist ein wirklich hochdifferenziertes System, das wir entwickelt haben", versicherte Hinterhäuser.

Die immer optimistische Festspielpräsidentin hält jedenfalls alle Gratulationen zur Durchführung der Festspiele für verfrüht: "Noch haben wir es ja nicht geschafft. Wir haben einen Etappensieg errungen, indem wir spielen können, aber erst am 31. August werden wir sagen können, ob unsere Pläne aufgegangen sind."(apa)