Erst im März hatte Madeleine Landlinger als Karenzvertretung die künstlerische Leitung der Jeunesse übernommen - just zum Ausbrechen der Corona-Krise, die auch das Musikveranstaltungs-Netzwerk mit voller Wucht traf. Nun wurde Landlinger wie auch die kaufmännische Geschäftsführerin Alexandra Jachim vom Verein von ihren Aufgaben entbunden, hieß es gegenüber der APA.

"In dieser heiklen Phase übernimmt der Vereinsvorstand die Leitungsagenden", hieß es am Freitag. Bereits Anfang Juni hatte der nun entbundene Vorstand bekanntgegeben, dass man wegen der aktuellen Krise das bisherige Geschäftsmodell nicht aufrechterhalten könne. Angesichts der Finanzlage sollten sich die Aktivitäten in der neuen Saison auf Wien zu konzentrieren, die Kinderkonzerte gestrichen und die Abendtermine in Wien auf rund 60 gesenkt werden.

Gelder für gemeinnützige Vereine helfen

Diese Pläne wurden nun wieder geändert. "Nach intensiven und konstruktiven Gesprächen mit Subventionsgebern und Partnern wird die Jeunesse die bundesweiten Aktivitäten vorsichtig optimistisch fortsetzen", hieß es in der Aussendung. Dies sei einerseits der erfolgten Freigabe der Bundesmittel für gemeinnützige Vereine zu verdanken, andererseits auch dem treuen Publikum und dem Hauptsponsor Erste Bank. Die Planungen für die genauen Programme in den Regionen nehme man nun wieder auf und werde diese im Herbst veröffentlichen.

Schließlich wolle man vor allem den Nachwuchs in der akuten Pandemie weiter unterstützen, auch wenn die Jeunesse mit ihrem hohen Eigendeckungsgrad von 65 Prozent von der Lage besonders getroffen sei. "Auch wenn wir uns in der Bewältigung der aktuellen Krise zu außergewöhnlichen Sparmaßnahmen gezwungen sehen, werden wir weiterhin junge Künstler*innen fördern und ihnen Auftritte ermöglichen", verspricht Vereinsobfrau Katharina Regner. (apa)