Allerhöchsten Musikgenuss bot das Wiener Konzerthaus zur Eröffnung seiner 107. Saison: Mit Werken von Ludwig van Beethoven verzauberten die Camerata Salzburg, Konzertmeister Giovanni Guzzo und Solist Renaud Capuçon das Publikum im Großen Saal. Derart einhellige Musizierfreude, kammermusikalische Eintracht und künstlerische Souveränität machen rundum glücklich. Die klangliche Vielfalt der Camerata Salzburg fiel gleich in der Orchestereinleitung von Beethovens Violinkonzert auf. Zart und anschmiegsam, voluminös und kraftvoll - dieses Kammerorchester hat alle Nuancen zu bieten.

Beethoven verlangt in diesem prächtigen Werk einen gleich starken, aktiven Partner für den Solisten. Die Camerata Salzburg und der animierende Konzertmeister Giovanni Guzzo agierten auf Augenhöhe mit Renaud Capuçon, der seinen Part beeindruckend sicher, mit saftigem Ton und bravouröser Eleganz spielte. Nicht ansatzweise kam zum Vorschein, dass manche Passagen so gar nicht angenehm für die Geige liegen. Fesselnd!

Nur wenige Jahre vor dem Violinkonzert erlebte die Erste Symphonie ihre Uraufführung. Sie beginnt mit einem Dominantseptakkord. Damals ein riskantes Experiment in einer derart bedeutenden Gattung. Beethovens kompositionstechnischen Finessen wie motivisch-thematische und durchbrochene Arbeit trug die transparente Interpretation der Camerata Salzburg deutlich Rechnung. Ein rundum perfekter Abend, der die Welt draußen für eineinhalb Stunden einfach verschwinden ließ.