Paul Méfano ist am 15. September im Alter von 83 Jahren gestorben. Méfano war eine der prägenden Gestalten der französischen Avantgardemusik. Er war Musikpädagoge und Gründer des "Ensemble 2e2m".

Paul Méfano entwickelte eine postspektrale Musik und prägte damit die französische Avantgarde. - © Mefano/Facebook
Paul Méfano entwickelte eine postspektrale Musik und prägte damit die französische Avantgarde. - © Mefano/Facebook

Méfano, geboren am 6. März 1937 in Basra (Irak), studierte am Conservatoire de Paris bei Andrée Vaurabourg-Honegger, Darius Milhaud und Georges Dandelot. Wichtiger wurden für ihn aber Kurse bei Pierre Boulez, Karlheinz Stockhausen und Henri Pousseur. Obendrein studierte er bei Olivier Messiaen.

Von 1966 bis 1968 lebte Méfano in den USA, danach ein Jahr in Berlin. 1970 kehrte er nach Frankreich zurück: Er gründete das Ensemble 2e2m für zeitgenössische Musik. Von 1972 bis 1988 leitete er das Konservatorium von Champigny-sur-Marne, dann unterrichtete er Komposition und Orchestration am Conservatoire de Paris und wurde 1996 Direktor der des Konservatoriums von Versailles.

Méfano zeigte großes Interesse an der sogenannten Spektralen Musik, die sich von thematischer Struktur löst und eine Flächigkeit des den Klang auf der Basis von Obertönen gestaltet. Allerdings entwickelte Méfano diese Musik weiter, indem er ihre Parameter wieder auf thematische Gestaltung zurück übertrug und zu einer gleichsam post-spektralen Musik fand.

Aufgrund seines starken literarischen Interesses komponierte er zahlreiche Vokalwerke, darunter die Oper "Micromégas I". Sein anderes zentrales Interesse galt klein besetzter Kammermusik. So komponierte er etliche Stücke für Soloinstrumente, darunter das japanische Sho, und Duos, die er fallweise mit elektronischen Klängen konfrontierte.