Der polnische Dirigent und Komponist Jan Krenz ist, wie erst jetzt bekannt wurde, am 15. September in Kattowitz im Alter von 94 Jahren gestorben.

Krenz, am 14. Juli 1926 in Włocławek geboren, war im Westen vor allem als Dirigent bekannt. Er war einer der ersten, die Werke des damals noch kaum bekannten finnischen Komponisten Einojuhani Rautavaara einspielte. Weiters nahm sich Krenz der polnischen Avantgarde-Komponisten an, speziell der Werke von Tadeusz Baird und Witold Lutosławski. Von der älteren Generation, die in Polen den Übergang von der Nachromantik zur Moderne schuf,  favorisierte er die Komponistin Grażyna Bacewicz.

Krenz studierte 1945–1947 an der Staatlichen Musikhochschule Łódź Dirigieren bei Kazimierz Wiłkomirski und Komposition bei Kazimierz Sikorski. Ab 1949 assistierte er dem Chefdirigenten des Großen Rundfunksinfonieorchesters in Kattowitz, Grzegorz Fitelberg und übernahm nach dessen Tod 1953 die Leitung des Orchesters.

Langjährige Karriere als Dirigent

Weitere Stationen waren Chefdirigent und künstlerischer Leiter der Oper von Warschau, Generalmusikdirektor der Stadt Bonn und des späteren Beethoven Orchesters, Leiter des Danmarks Radio Orchester in Kopenhagen und  ständiger Gastdirigent des Rundfunkorchesters Hilversum. Darüber hinaus leitete Krenz Konzerte des Detroit Symphony Orchestra, der Berliner Philharmoniker, der Leningrader Philharmoniker und des Concertgebouw-Orchester Amsterdam. 2005 übernahm der mittlerweile 79-jährige Krenz den Posten des Chefdirigenten des Krakauer Philharmonischen Orchesters und hatte die Stelle bis 2008 inne.

Krenz trat auch als Komponist hervor. In seinen Werken hielt er Balance zwischen dem Neoklassizismus und den Bestrebungen der polnischen Neuen Musik. Werke wie die "Rhapsodie für Streichorchester, Xylophon, Tamtam und Celesta" oder das "Concertino für Klavier und Orchester" orientieren sich an den Werken Béla Bartóks, während spätere Werke wie "Epitaphion für Orchester" oder das Streichquartett "Tristan in memoriam" die Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Kompositionstechniken verraten. Krenz komponierte außerdem Filmmusik, etwa für Andrzej Wajdas "Der Kanal" und für Andrzej Munks "Eroica".