Die serbische Komponistin Isidora Žebeljan ist nach langer Krankheit im Alter von 53 Jahren gestorben. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Tanjug am Dienstag unter Berufung auf die Serbische Akademie der Wissenschaften und Künste, der Žebeljan angehörte. Sie komponierte vor allem Opern, Bühnen- und Filmmusiken und Orchesterwerke. Seit 2002 bekleidete sie eine Professur für Komposition an der Belgrader Musikakademie. In Serbien galt Žebeljan als die bedeutendste zeitgenössische Komponistin.

Ihre Musik stellte Žebeljan auf das Fundament von diversen Folkloren - und zwar nicht allein denen des Balkan. Dabei verwandelte sie das Material in eine teilweise an Béla Bartók orientierten Musiksprache, die sie aber konsequent mit den Mitteln der Neuen Musik erweiterte. Werke wie das Klarinettenkonzert "Pipe & Flamingoes", das Violinkonzert "Three Curious Loves" und auch die Opern leben von rhythmischen Impulsen, virtuosen schnellen Abschnitten und einer lyrisch gespannten Kantabilität, die sich oft über sanft durchbrochenen, farbintensiven Flächen entfaltet.

Žebeljan schrieb zahlreiche Orchester- und Kammermusikwerke, machte aber vor allem als Opernkomponistin von sich reden: Ihre Oper "Zora D." wurde 2003 von David Pountney und Nicola Raab in Amsterdam und in der Wiener Kammeroper uraufgeführt. 2008 kam ihre Oper "Der Marathon" zur Uraufführung und 2015 in Gelsenkirchen ihre Oper "Simon, das Findelkind". Für die Bregenzer Festspiele komponierte sie 2008 die Oper "Eine Marathon-Familie". Obendrein instrumentierte Žebeljan Goran Bregović' Filmmusiken für Emir Kusturicas  "Die Zeit der Zigeuner" (1989), "Arizona Dream" (1993) und "Underground" (1995) und für Patrice Chéreaus "Die Bartholomäusnacht" (1994). (red/apa)