Um die Besonderheit des Freiburger Barockorchesters in ihrer Gesamtheit zu erfassen, muss man diesem Klangkörper beim Spielen zugesehen haben. Derart sichtbare Freude am gemeinsamen Tun, gepaart mit einem so freundlichen Umgang miteinander kommen einem selten unter im Konzertbetrieb. Beeindruckend freilich auch die Wertschätzung des zu interpretierenden Werks. Der Schlusssatz der "Jupiter-Symphonie" von Wolfgang Amadeus Mozart schimmerte so transparent, dass die dahinter stehende Kompositionskunst zur Gänze freigelegt wurde. Wie herrlich leise dieses Orchester zu spielen imstande ist. Der französische Dirigent Raphaël Pichon machte schier alles richtig. Was er anzeigte, war auch genauso zu hören.

Nie hat ein Fagott schöner geklungen. Die Herren der Cellogruppe gingen mit charmanter Inbrunst und stets mit Blick auf die Bratschen ans Werk. Die Kontrabässe stützten das Ganze mit sanftem Volumen, und der Paukist war stets feurig und markig zur Stelle.

Letzterer hatte den Abend auch eröffnet: Mit den bloßen Fingern trommelte er am Anfang von Ludwig van Beethovens Violinkonzert aufs Fell. Im Verbund mit Isabelle Faust gelang es den Gästen aus Deutschland, am Donnerstag im Großen Musikvereinssaal noch über sich hinauszuwachsen. Die deutsche Geigerin durchmaß das Werk mit einer Eleganz und Sicherheit, dass die Zeit zu existieren aufhörte. Völlig unprätentiös ließ die Musikerin aus ihrem Instrument heraus eine ganze Welt entstehen: Sprechend angelegte Phrasierungen, eine tief empfundene Gefühlsebene - Töne voller Schönheit, entsendet in die Weite des Saales. Eine musikalische Sternstunde.