Dirigentinnen sind immer noch selten, und ganz besonders dann, wenn es sich um die Historische Aufführungspraxis handelt. Umso bemerkenswerter ist, dass Stadt Linz ihren alle vier Jahre vergebenen Kunstwürdigungspreis 2020 in der Kategorie Musik und darstellende Kunst 2020 der österreichischen Dirigentin, Musikerin und Musikforscherin Michi Gaigg zuerkannt hat.

Michi Gaigg, 1957 in Schörfling am Attersee geboren, studierte Violine am Salzburger Mozarteum und später Barockvioline bei Ingrid Seifert und Sigiswald Kuijken. Sie spielte in verschiedenen Ensembles unter den Alte-Musik-Spezialisten Frans Brüggen, Alan Curtis, Christopher Hogwood, René Jacobs und Hermann Max. 1983 gründete Michi Gaigg ihr eigenes Orchester, L’arpa Festante, das sie bis 1995 leitete.

Nach Aufenthalten in London, Den Haag, München, Köln, Straßburg und Tübingen kehrte sie nach Österreich zurück und gründete gemeinsam mit Carin van Heerden das L’Orfeo Barockorchester. Seit 1994 unterrichtet sie an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz Alte Musik und Historische Aufführungspraxis. Seit 2003 ist Michi Gaigg Intendantin der Donaufestwochen im ober- und niederösterreichischen Strudengau.

Weitere Preisträger sind Christian Steinbacher (Literatur und Kulturpublizistik); Ursula Hübner (Bildende Kunst und interdisziplinäre Kunstformen); Roland Gnaiger (Architektur und Stadtgestaltung); Wolfgang "Fadi" Dorninger (Medien-, Produkt- und Kommunikationsdesign). (red)