"Hallo, hier Carl-Orff-Museum. Wir bringen Ihnen jetzt Orff nach Hause."

So ungefähr könnte es zugehen. Denn das Dießner Carl-Orff-Museum wählt einen originellen Weg, um den Komponisten über den deutschen Corona-Lockdown zu bringen.

Orff, Komponist der "Carmina burana", des letzten Klassik-Dauerbrenners der Musikgeschichte, aber auch Schöpfer eines auf den antiken griechischen Tragödien basierenden neuen Zugangs zum Musiktheater, hätte heuer ein halbrundes Jubiläum, nämlich die 125. Wiederkehr des Geburtstags. Es wäre ohnedies von Ludwig van Beethovens 250. Geburtstag überschattet worden. Aber das kleine Virus hat beiden Giganten ihre Feiern gekostet. Bei Beethoven wird wohl nachgefeiert, sobald es die Corona-Krise zulässt, da ist zuviel Geld in die Vorbereitungen der Aktionen geflossen, um einfach abgeschrieben zu werden. Vom Werbeeffekt für die Klassik-Szene einmal abgesehen.

Aber Orff?

Da war wohl einiges in weit bescheidenerem Umfang geplant. Ob das jemals nachgeholt werden kann, ist ungewiss.

Das Orff-Museum ist aufgrund des Lockdowns für Besucher geschlossen, aber man hat sich was einfallen lassen: Man kann sich am Sonntag,13. Dezember, zwischen 15 und 18 Uhr anrufen lassen und bekommt eine Stunde lang Orff kostenlos nach Hause geliefert. Am Telefon wird aus (Auto-)Biografischem gelesen, aus Briefen und aus Orffs eigenen Texten für seine Bühnenwerke. Zur Kontaktaufnahme sendet man einfach Mail an das Orff-Museum.