"Voll Zuversicht" stellt der Festivalstandort Grafenegg sein Programm für das Jahr 2021 vor. Die 15. Saison beginnt mit der Sommernachtsgala am 10. und 11. Juni, gefolgt von den Sommerkonzerten (26. Juni bis 7. August) und dem Festival (13. August bis 5. September). Aufgrund der aktuellen Covid-19-Situation wird zunächst nur eine reduzierte Anzahl an Tickets angeboten. Der allgemeine Kartenverkauf beginnt am 16. Dezember.

Bei den neun Sommerkonzerten sollen einige im Vorjahr abgesagte Veranstaltungen nachgeholt werden, darunter ein lateinamerikanischer Abend mit Juan Diego Flórez ("Besame mucho"). Mnozil Brass kommen wieder, das European Union Youth Orchestra unter David Zinman hat unter anderem die Alpensymphonie von Richard Strauss im Programm. Nachgeholt wird auch die Grafenegg Academy.

Wieder Schlechtwetter-Alternative

Das Festival unter der künstlerischen Leitung von Rudolf Buchbinder wird am 13. August mit Giuseppe Verdis "Messa da Requiem" eröffnet, als Solisten sind Krassimira Stoyanova, Anita Rachvelishvili, Piotr Beczala und René Pape angekündigt. Als "Säulen" der Saison nennt Buchbinder "die Philharmoniker aus Wien, München und Prag", am Dirigentenpult stehen unter anderem Zubin Mehta, Valery Gergiev, Semyon Bychkov, Herbert Blomstedt und Andrés Orozco-Estrada. Insgesamt sind beim Festival 15 Abendkonzerte und vier Matineen an vier Wochenenden vorgesehen. Composer in Residence ist im kommenden Sommer der Japaner Toshio Hosokawa, der auch den Composer-Conductor-Workshop "Ink Still Wet" leitet. Am 20. August steht die österreichische Erstaufführung seines vom Festival mitbeauftragten Violinkonzerts mit Veronika Eberle als Solistin auf dem Programm.

Stolz auf das "hervorragende Sicherheitskonzept" zeigt sich Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) und erwartet für 2021 "musikalische Sternstunden". Niederösterreichs internationale Reputation als Kulturland sei "auf das Engste mit Grafenegg und Rudolf Buchbinder verbunden".

Neben der Freiluftbühne, dem Wolkenturm, stehe auch das Auditorium "durch die Aktualisierung und Erweiterung unseres Präventionskonzepts" wieder als Spielstätte und Schlechtwetter-Alternative zur Verfügung, erklärt Philipp Stein, Geschäftsführer der Grafenegg Kulturbetriebsgesellschaft. Leider könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht garantiert werden, dass es auch das musikalische Rahmenprogramm mit Préludes, Einführungen und Late Night Sessions wieder geben kann.

Auftragsstück von 2020 soll doch noch erklingen

Am letzten Festivaltag (5. September) erklingen jedenfalls in einer Matinee Werke der wetterbedingt abgebrochenen Festival-Eröffnung 2020, darunter die Uraufführung von Konstantia Gourzis Trompetenkonzert. Das Abschlusskonzert mit Renée Fleming soll den Kreis zu den Anfängen des Festivals schließen, denn die amerikanische Sopranistin hatte bereits 2007 bei der Eröffnung auf der Bühne des Wolkenturms mitgewirkt. Diesmal singt sie "Vier letzte Lieder" von Richard Strauss.

Der Grafenegg Kulturbetriebsgesellschaft als Teilbetrieb der NÖ Kulturwirtschaft (in Partnerschaft mit der Familie Metternich-Sandor, der NÖ Hypo Beteiligungsholding GmbH sowie den Marktgemeinden Grafenegg und Grafenwörth) stehen 9,4 Millionen Euro als Jahresetat zur Verfügung. Dabei sind nicht nur Eigenveranstaltungen, sondern unter anderem auch Kosten für Parkpflege, Gebäudewartung, Technik, Marketing und Personal inkludiert. Die Gesellschaft selbst bringt 3,7 Millionen Euro insbesondere durch Kartenverkauf, Sponsoren und Vermietungen auf, das Land NÖ steuert 5,3 Millionen Euro an Subventionen bei, der Bund und die Gemeinden fördern Grafenegg mit 410.000 Euro.(apa, red)