Sollten Kulturveranstalter einen Wunsch ans Christkind haben, wäre dies wohl Planungssicherheit. Doch es sieht auch diesbezüglich dürftig aus. Zwar lautet der jüngste Ratschluss in Türkis-Grün, dass am 18. Jänner nach dem dritten Lockdown die Bühnentüren endlich wieder aufgehen dürfen. Doch es steht in den Sternen, ob Fortuna und Corona dies wirklich gestatten - und inwieweit sich unter den künftigen Regeln (höchstens 500 Besucher mit negativem Test) tatsächlich Programm machen lässt.

Launiges Pasticcio

Im Schatten dieses Problembergs bereitet das Konzerthaus seiner Kundschaft dennoch eine Bescherung - zumindest online. Seit Sonntag ist die Company of Music via Stream zu beobachten, wie sie sich vor leeren Reihen durch Chorstücke aus diversen Jahrhunderten werkt. Und am Mittwoch, 20.30 Uhr, hebt sich der digitale Vorhang für "Cherubim & Schnee von gestern": Der Volksmusikfreigeist Herbert Pixner und das grenzgängerische Quintett Alma haben den Abend gemeinsam mit Tobias Moretti erarbeitet, die "Wiener Zeitung" durfte die Generalprobe belauschen. Resultat? Noch nicht gänzlich zu beurteilen wegen etlicher Probe-Unterbrechungen; jedenfalls aber ein weihnachtliches Pasticcio, das Brauchtum mit zeitgenössischem Augenzwinkern vereint. Während Moretti Texte über Kinder und Engel, den Allerwertesten, Wolken und den Allmächtigen verliest, entspannt Pixners Quartett das Ohr durch folklorige Klangtapeten mit Jazz-Tupfern - und die Almas lassen die Zeit mit ihren fragilen Volksgesängen und Barockfideln stillstehen. Zu Silvester bietet das Konzerthaus übrigens einen veritablen Kracher - in Form eines Konzerts von Martha Argerich und Sophie Pacini.(irr)