Der deutsche Pianist und weithin bekannte Richard-Wagner-Erklärer Stefan Mickisch ist am Freitag im Alter von 58 Jahren plötzlich gestorben, wie laut der "Mittelbayerischen Zeitung" ein Familienmitglied bestätigte.

Mickisch wurde 1962 im deutschen Schwandorf geboren. Im Alter von vier Jahren begann er mit dem Klavierspielen. 1969 gab er sein erstes öffentliches Konzert in Waldmünchen. Ein Jahr später begann er, Violine und Orgel zu spielen. Mehrfach gewann er bei "Jugend musiziert". 1982 bis 1987 studierte er an der Musikhochschule Hannover Klavier, 1986 bis 1991 am Konservatorium Wien. 2019 feierte er das Jahr seines 50. Bühnenjubiläums. Zu diesem Anlass veranstaltet er eigene "Festspiele" in seiner Kronstettener Villa, wo er auch einige seiner CDs aufnahm. Von 1991 bis 2018 produzierte er 65 CDs und DVDs. Er verfügte über ein umfassendes Wissen vor allem über Richard Wagner, das er speziell für seine beliebten Einführungsmatineen bei den Bayreuther Wagner-Festspielen nützte.

Zuletzt verfolgte Mickisch ein weiteres Wagner-Projekt: Ab Ende April hätte er an der Sibelius Akademie Helsinki mithelfen sollen, Wagner in Finnland zu etablieren.

Unerwünscht in Bayreuth

Der Musikdeuter war umstritten: 2014 postete er auf Facebook, dass er Wagner vom Vorwurf des Antisemitismus reinwaschen wolle. 2020 bezeichnete er dort die Gesundheitspolitik der Bundesregierung als "Coronafaschismus" und verglich sich mit Hans Scholl, einem Widerstandskämpfer gegen die Nationalsozialisten. Daraufhin wurde Mickisch zur "unerwünschten Person" in der Villa Wahnfried, wo er die Matineen veranstaltete.

Mickisch hinterlässt seine Frau. Er möchte auf eigenen Wunsch in Wien begraben werden.