Die frohe Botschaft des Montagabends galt der Gastronomie: Ab Ostern darf in den Schanigärten wohl wieder Leben einkehren, kündigte die Regierung in einer Pressekonferenz an.

Der Kulturbetrieb muss dagegen weiterhin auf einen Fahrplan warten und wurde nur mit vagen Wortmeldungen gestreift. Seit Februar ist Museen, Galerien und Bibliotheken zwar ein Kundenbetrieb unter strengen Sicherheitsauflagen gestattet. Konzerthäuser, Theater, Opern und Kinos, bereits seit November geschlossen, müssen sich jedoch weiterhin in Geduld üben. Am Montag hieß es zwar, dass sich dies im April ändern könnte. Es blieb aber offen, ob dann bereits Öffnungsschritte erfolgen könnten oder diese dann erst entschieden werden würden.

Fraglich bleibt auch, welche Termine dann grünes Licht erhalten. Theater- und Konzertsäle dürften auf der Lockerungsliste der Regierung eher weiter unten rangieren. "Alles, was outdoor stattfindet, ist besser als indoor", erklärte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), und Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) stieß nahezu wortgleich ins selbe Horn.

Salzburger Glamour am seidenen Faden

Für die Salzburger Osterfestspiele ist das alles andere als Seelenbalsam: Das Schicksal des Klassik-Festivals rund um Stardirigent Christian Thielemann und die Staatskapelle Dresden hängt an einem seidenen Faden. Zwar hat das Festival beschlossen, die heurige Ausgabe empfindlich zu kürzen und die Hauptattraktion, eine Opernpremiere mit Anna Netrebko, zu streichen. Die verbliebenen Konzerte sollen aber in den gewohnten Sälen vor Publikum stattfinden - und zwar vom 2. bis zum 5. April.

Ob sich dafür rechtzeitig der Daumen der Regierung hebt? An der Salzach wird jedenfalls gehofft. Leiter Nikolaus Bachler werde Gespräche mit der Politik führen, hieß es. Alternative Szenarien (etwa ein Ausweichen ins Internet oder eine Verschiebung) werden bisher nicht ventiliert.

Osterfestival Tirol bereits verschoben

In Erl wird ebenfalls gebangt: Auch dort ist von 2. bis 5. April ein Klassik-Festival anberaumt. Dessen Programm hätte eigentlich schon die Winterausgabe der Tiroler Festspiele Erl zieren sollen, doch fiel die dem Lockdown zum Opfer. Um das Aufgebot zu retten, wurden schließlich Osterfestspiele für den vermeintlich sicheren Frühling angesetzt. Doch auch nun muss man der Pandemie Tribut zollen: Vor einer Woche wurden die geplanten Opernabende gestrichen. Ob die verbliebenen Konzerttermine stattfinden dürfen, steht in den Sternen.

Fix ist dagegen, dass das Osterfestival Tirol auch heuer nicht im gewohnten Zeitfenster stattfindet. Die fehlende Planungssicherheit habe schon länger zu dem Entschluss geführt, dass "der Termin heuer flachfällt", heißt es aus Innsbruck. Das Festival will auf Juni ausweichen und seine Pläne demnächst vorstellen.

Rätselraten herrscht indes über die Situation in Vorarlberg. Das Bundesland darf dank moderater Infektionszahlen die Maßnahmen schon ab 15. März im größeren Stil lockern, Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) stellte am Montag Erleichterungen für den Kulturbereich in Aussicht. Auf Nachfrage der APA rückte er dabei Jugend-Veranstaltungen ins Zentrum. Stephanie Gräve, Intendantin des Vorarlberger Landestheaters, zeigte sich davon "vollkommen überrascht". Sie könne sich nicht vorstellen, ihre Produktionen nur Schulklassen und nicht auch Abonnenten anzubieten. Wallner erbittet sich nun "zwei, drei Tage", um die Vorhaben zu präzisieren.

Staatssekretariat präzisiert

Am Dienstag präzisierte das Kunst- und Kulturstaatssekretariat auf Nachfrage der APA: "Das erklärte Ziel ist es, im Kulturbereich mit Mitte April weitere Öffnungsschritte möglich zu machen. Wir wissen, dass die Kultureinrichtungen eine gewisse Vorlaufzeit haben - das lässt sich aber derzeit mit der Unplanbarkeit der Pandemie nur schwer unter einen Hut bringen." Vor 14 Tagen war noch "um Ostern" die Perspektive gewesen.

Die Bundesregierung werde weiterhin im Zwei-Wochen-Rhythmus evaluieren, das nächste Mal am 15. März. Ob parallel zur Öffnung der Gastgärten auch Outdoor-Kulturveranstaltungen möglich sein werden, scheint noch nicht festzustehen. "Die Details für die ab 27. März geltenden Regelungen im Outdoor-Bereich sind derzeit in Arbeit", hieß es aus dem Staatssekretariat. Man stehe "im engen Austausch mit dem Gesundheitsministerium".