Der erste Premierentermin: aus Corona-Gründen gestrichen. Der zweite: ebenfalls. Nun hat "Passion", das vierzigminütige Instrumentalstück des Südtirolers Gerd Hermann Ortler, doch einen krisensicheren Ort gefunden – und dazu einen passenden Termin: Das Werk für Streichquartett, Klarinette und Tuba gelangt am Karfreitag als Internet-Stream zur Uraufführung.

Das Video mit dem Radio String Quartet und den beiden Bläsersolisten der Wiener Philharmoniker Matthias Schorn und Christoph Gigler wurde bereits im vorigen Sommer in der Wiener Albertina aufgenommen und lässt das Klanggeschehen in einen Dialog mit Bildern von Gottfried Helnwein treten. Dabei trennt sich die Passionsgeschichte von ihrem gewohnten Rahmen: Ortlers Stück begibt sich auf die Suche nach jenem inneren Kind, das der Vernunftmenschen aus Sachzwängen unterdrückt: "Dieses Kind ist unsere eigentliche Natur, unser vollkommenes Wesen, vielleicht sogar das Göttliche in uns. Denn die Hoffnung, das verlorene Kind und damit das Paradies in uns wieder zu finden, macht uns das Menschsein erträglich", sagt Ortler. Zu sehen ist diese Seelenergründung zwischen Freitag, 2. April, 15 Uhr, und Sonntag, 25. April, auf dem Youtube-Kanal und der Facebook-Seite der Albertina.