Der Wiener Musikverein begrüßte die neue Spielzeit in den vergangenen Tagen mit einem Wochenende voll Musik. Zeitgleich bestritten die Wiener Philharmoniker die ersten Abonnementkonzerte dieser Saison im Goldenen Saal. Am Pult Alain Altinoglu, seit kurzem Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters Frankfurt und seit 2016 Musikdirektor des Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel. Das Orchester kennt den französischen Dirigenten mit armenischen Wurzeln bereits von diversen Auftritten an der Wiener Staatsoper. Im Sommer wurde die konzertante Aufführung von Hector Berlioz‘ "La Damnation de Faust" bei den Salzburger Festspielen zum gemeinsamen Erfolg.

Mit der Programmierung von César Francks Symphonie in d-Moll brach Altinoglu eine Lanze für den belgisch-französischen Komponisten, der in gewisser Weise ein unzeitgemäßer, ein zeitloser Musiker war. Seine einzige Symphonie bedarf mehrmaligen Hörens, um ihre Faszination voll zu entfalten. Die prachtvolle, akkurate Interpretation der Wiener Philharmoniker unter Altinoglus engagierter Leitung bot am Samstag eine ideale Einstiegsgelegenheit.

Direkter und nachhaltiger gelangt das zu Anfang gespielte Cellokonzert von Antonín Dvořák in des Publikums Herz und Ohr. Solist Gautier Capuçon begeisterte mit kammermusikalischer Spielfreude und einer ausbalancierten Klangmischung aus Erdigkeit und Eleganz. Die Wiener Philharmoniker veredelten den symphonischen Charakter des Werks durch das subtile Agieren der fantastischen Bläser und den innig warmen Streicherklang. Als Zugabe ein verzauberndes "Lied an den Mond" aus der Oper "Rusalka".