Enttäuscht wurde das Publikum des Musikvereins am Dienstag nicht: Der Tenor Daniel Behle bringt die Konzertbesucher nicht nur durch seine stimmliche Variabilität zum Staunen. Auch durch seine ausdrucksstarke Mimik und Gestik punktet er massiv bei den Zuhörern. Und das bei einem umfassenden Programm mit 27 Liedern von Edvard Grieg, Franz Schubert und Richard Strauss. Trotz der Überflutung mit kurzen Liedern, lässt sich Behle keine Müdigkeit anmerken. Auch Pianist Oliver Schnyder muss sich keinesfalls hinter Behle verstecken. Mühelos hält er dem anspruchsvollen Programm stand: Zielsicher gleiten seine Finger über die Tasten und harmonieren perfekt mit Behle.

Warme Tiefe

Eröffnet wird mit Griegs "Sechs Liedern" op.48. Deren romantische Gefühlswelten bringen Behle durch warme Tiefe und Schnyder durch sanftes Klavierspiel zur Geltung. Bei Schuberts Trio "Der Hirt auf dem Felsen" schließt sich Nils Schönau auf der Klarinette an. Der Auftritt gelingt ihm flüssig, gebannt lauscht das Publikum dem mehr als elf Minuten dauernden dynamischen Zusammenspiel der drei Musiker.

Als großes Finale: der Liederzyklus "Krämerspiegel" von Strauss. Mit kräftigen hohen Tönen liefert Behle absolute Hingabe. Schnyder verleiht dem schwierigen Begleitpart alle funkelnden Farben. Das Publikum belohnt die Musiker mit tosendem Applaus und wohlverdienten "Bravos". Als Zugaben zwei Lieder von Strauss und eines von Behle selbst.