Eine Wiener Institution steht vor dem Ende: Der EMI Music Store wird demnächst schließen. Das Geschäftsbüro in der Kärntner Straße 30 sowie der Betreiber Universal Music bestätigen ein Gerücht, das die "Wiener Zeitung" bereits im Oktober vermeldet hat: Der CD- und Plattenladen wird am Jahresende den Betrieb einstellen.

Das Musikfachgeschäft war 1931 gegründet worden, in jenem Jahr, als auch der gleichnamige Plattenkonzern durch die Fusion zweier Labels entstand. EMI, Abkürzung für Electric and Musical Industries Ltd, eröffnete damals auch die berühmten Abbey Road Studios in London, in denen unter anderem das gleichnamige Beatles-Album aufgenommen wurde.

Mörderisches Streaming

Der Wiener Plattenladen an der prestigeträchtigen Adresse zählte über Jahrzehnte zu den beliebtesten Tonträger-Geschäften der Stadt und lockte auf drei Stockwerken Freunde der Klassik ebenso an wie die Fans von Rock, Pop und Jazz. Mit dem Beginn des digitalen Zeitalters und dem Streaming als unschlagbar billiger Alternative kam der Tonträger-Handel zunehmend unter Druck. Der Sensenmann begann, in der Branche umzugehen. Ein erster Schlag in Wien: das Ende des Virgin Megastores, der auf der Mariahilfer Straße einer Humanic-Filiale wich. Traditionsläden wie Da Caruso und Arcadia in Wien sowie Katholnigg in Salzburg schlossen ebenfalls.

Die EMI Group, einst eines der mächtigsten Musikunternehmen, war 2011 filetiert worden, der Besitz wurde auf die verbleibenden Majorlabels Sony, Warner und Universal aufgeteilt. Die letztgenannte Firma betrieb danach den EMI Music Store weiter und verfügte nun die Schließung: Mit dem Rückgang der physischen Tonträgerverkäufe sei ein Geschäftslokal dieser Größe nicht mehr wirtschaftlich zu führen, heißt es.