Die ihm gewidmete Porträt-Reihe im Musikverein eröffnete Sir András Schiff mit seinem eigenen Orchester. Die seit den späten 1990er Jahren existierende Cappella Andrea Barca atmet den Geist des großen Sándor Végh. Die intensive Art des Zusammenspiels, das hohe Maß an Konzentration, der gemeinsame starke Wille.

Die Einspielungen der Klavierkonzerte von Mozart mit der Camerata Academica Salzburg sind echte Aufnahmekostbarkeiten. Für seinen Auftritt am Mittwoch hatte Schiff zwei zeitlich weit voneinander entfernt liegende Konzerte ausgewählt: das "Jenamy-Konzert" KV 271 aus 1777 und das letzte Werk dieser Gattung von Mozart aus 1791. Dieses B-Dur-Konzert war, was Schiffs Sicherheit und Souveränität betrifft, das überzeugendere Werk. Der Klang des Bösendorfer-Flügels schmiegte sich zudem im zweiten Teil des Abends milder ans Ohr. Bei Franz Schuberts Fünfter Symphonie, einer Hommage an Mozart - einer der wenigen Stilkopien, die qualitativ an das Original heranreichen - nahm Schiff die Position des lauschenden, genießenden Orchesterleiters ein, der von Zeit zu Zeit sanfte Impulse gab. Mit Erich Höbarth am Konzertmeisterpult ist ohnehin jedwede stilistische Sicherheit garantiert.

Die heimlichen Stars waren Brita Bürgschwendtner und Christian Sutter, die mit ihren Kontrabässen beseelt tanzten und alles in dieser wunderbaren Musik Enthaltene zum Ausdruck brachten. Schiff offenbarte seine ganze Größe in der Zugabe: im Adagio in h-Moll KV 540, Mozarts einziger Komposition in dieser Stammtonart.