Der finnische Komponist Paavo Heininen ist am 18. Jänner in Järvenpää im Alter von 84 Jahren gestorben. Er galt als einer der prominentesten Komponisten seiner Nation und war ein Wegbereiter der nordischen Neuen Musik.

Heininen, am 13. Jänner 1938 in Helsinki geboren, war der letzte Schüler Aare Merikantos, der seinerseits stark unter dem Einfluss der zeitgenössischen mitteleuropäischen Neuen Musik stand und sich in seinem späten Werk an Alban Berg orientierte. Eine weiterführende Ausbildung erhielt Heininen an der Julliard School in New York bei Vincent Persichetti.

Konsequente Moderne

In seiner Musik löste sich Heininen von folkloristischen Tendenzen und entwickelte sich zu einem von Finnlands konsequentesten Vertretern einer international ausgerichteten Neuen Musik. Heininen arbeitete mit reihentechnischen Verfahren ebenso wie mit computerberechneten Tonfolgen, allerdings nur fallweise mit elektronisch erzeugten Klängen.

Die Absagen an Volksmusik-Reminszenzen und Sibelius-Tradition hatten lange Zeit ein mangelndes Verständnis für Heininen im eigenen Land zur Folge. Erst heute werden seine Opern "Silkkirumppu" (Die Seidentrommel nach einem No-Spiel, 1983) und "Veitsi" (Das Messer, 1988) sowie seine fünf Sinfonien und vier Klavierkonzerte sowie das Orchesterstück "Arioso" als herausragende Meisterwerke der nordischen Neuen Musik gewürdigt. 

Als Kompositionslehrer hatte Heininen einen gewichtigen Einfluss auf die finnische Musikszene, allerdings drängte er seinen Schülern nie seine eigene Ästhetik auf. Zu den von ihm ausgebildeten Komponistinnen und Komponisten gehören Kaija Saariaho, Magnus Lindberg und Veli-Matti Puumala.