Das Konzerthaus ist spürbar "In Feierlaune", wie es auf der Homepage heißt: Am Sonntagabend zelebriert es im Großen Saal sowohl das 30-jährige Bestehen der "Resonanzen", des Festivals für Alte Musik, als auch nachträglich den 80. Geburtstag von Jordi Savall. Der Applaus ist sicher, ebenso die Dankesworte Savalls für die Musik und an das treue Publikum.

Vereint sind die Ausführenden im Streben nach einer Verständlichkeit der musikalischen Linien aus Renaissance und Barock sowie der Präsentation Alter Musik als etwas Neuartigem; die Zugabe "Da pacem Domine" des Zeitgenossen Arvo Pärt lässt das Vergangene stimmig in die Gegenwart gleiten. Alles in allem ein Abend der profunden Expertise: Das Ensemble Hespèrion XXI nähert sich der Renaissance mit den bekannten Intonationsschwankungen ihrer alten Instrumente. Die Männerstimmen von La Capella Reial de Catalunya, alle bezaubernd, preisen die fließenden Klänge von Renaissancekomponist Cristóbal de Morales mit den Werken "Officium defunctorum" und "Missa pro defunctis". Letzteres inkludiert ein "Requiem aeternam", bei dem man Seelen förmlich emporsteigen sieht und Obertöne tief ins Gehör dringen.

Fernab dieser Polyphonie steht das einst revolutionäre Harmoniebestreben von Claudio Monteverdi. Selbst die Musiker müssen sich nach der Pause rhythmisch in zwei seiner Symphonien einfinden, in die sich auch Frauenstimmen mischen. Ähnlich dem Verlauf eines Cantus firmus, scheint das Auf- und Abtreten der Stimmen Teil des Konzepts zu sein. Am Ende Jubel für den 80-Jährigen und seine originaltönenden Ensembles.