Bis heute ist Mahlers Zweite Symphonie ein Publikumshit, auch aufgrund der in vielerlei Hinsicht zum Ausdruck gebrachten Monumentalität: Die Orchestergröße, die Hinzunahme von Vokalem zum Instrumentalen, ein Fernorchester zur Erzeugung von Raumklang und natürlich das Konzept der Auferstehung hinter den rund 80 Minuten. Im Wiener Konzerthaus kam am Donnerstag die Bearbeitung von Gilbert Kaplan und Rob Mathes zur Aufführung durch die Bamberger Symphoniker - Bayerische Staatsphilharmonie. Ein erbaulicher Abend mit Jakub Hrůša als hervorragendem Dirigenten, einem ausgezeichneten Chor, wunderbaren Solistinnen und besonderen Momenten im Orchester.

Hohe Spannung

Bestechend die Schlagwerksektion, atemberaubend intensiv das Oboensolo im "Urlicht"-Satz. Die ins Mezzo-Fach gewechselte Anna Lucia Richter setzte in ihrer gelungenen Gestaltung auf lebendiges Phrasieren, nicht auf bleischweres Pathos; kernig-ätherisch der herrliche Sopran von Christine Landshamer. Als sich nach gut einer Stunde die Wiener Singakademie erhob, verdichtete sich die ohnehin hohe Spannung im Saal. Mucksmäuschenstill war es, ehe der Chor Klopstocks Worte "Aufersteh’n, ja aufersteh’n wirst du" wortdeutlich, klangschön und mit tiefem Ausdruck anstimmte.

Am Pult hielt Hrůša die Zügel straff, aber mit Luft zum Interagieren. Der Tscheche, der mit gestochen klaren und ungemein animierenden Gesten dirigiert, beeindruckt nicht zuletzt durch die Gestaltung von Satzschlüssen.