Ein neues Festival namens "moz art", das im Juni in Gloggnitz startet, soll zur Belebung der Kulturregion Semmering beitragen: Unter der künstlerischen Leitung von Johannes Kropfitsch und unter Federführung der Stadtgemeinde sind insgesamt 45 Veranstaltungen im Jahr 2022 geplant. Das Programm ist am Donnerstag in Wien vorgestellt worden.

"Alle Programmpunkte weisen einen Mozart-Bezug auf, zeitgenössische Stücke haben ebenso Raum wie klassische Interpretationen", erläuterte Kropfitsch sein Konzept, das Klassik, Jazz und Volksmusik umfasst. Dementsprechend prangt auf dem Programmheft der Schriftzug "Zwischen Moz und Art passt die ganze Welt". Als Spielstätten stehen u. a. das Schulzentrum Gloggnitz, Schloss, Stadtsaal, die Christkönigskirche, aber auch kleinere Räume wie das Renner-Museum zur Verfügung.

Gleichsam als Ouvertüre fungiert ein Festkonzert mit dem Klavierduo Blanc et Noir anlässlich der Umbenennung der städtischen Musikschule in Mozart-Musikschule am 30. April. Die offizielle Festivaleröffnung wird für 11. und 12. Juni mit zwei Orchesterkonzerten der Berliner Symphoniker angekündigt. Von 19. Juni bis 6. August folgen unter dem Motto "Ein Sommernachtstraum" Open-Air-Konzerte auf der Sommerbühne von Schloss Gloggnitz, u.a. mit Andy Lee Lang, dem Vokalensemble Kärnten und der Mojo Blues Band.

Ohne Starrummel

Zwei "Festwochen" bringen anschließend u. a. das Savaria Symphonie Orchester, das Ungarische Staatsorchester Szolnok und das Györ Philharmonic Orchestra sowie die Pianistin Kristina Miller nach Gloggnitz. Beim "Goldenen Herbst" (25. Oktober bis 1. November) konzertieren u. a. die Pianistin Yuko Batik und die Organisten Peter Tiefengraber und Wolfgang Capek. Zum "Jahresausklang" sind "Rising Stars" wie der erst 15-jährige Pianist Julian Schlosser zu hören.

Im ersten Jahr des Festivals werden rund 12.000 Karten aufgelegt. Die Kosten werden sich "in der Höhe einer mittleren sechsstelligen Summe" bewegen. Bürgermeisterin Irene Gölles (Wir für Gloggnitz): "Wir können den überwiegenden Teil mit privatwirtschaftlichen Initiativen, dem Kartenverkauf, einer Unterstützung des Landes Niederösterreich und dem Kulturbudget der Stadt finanzieren." Gölles sieht das Festival als Teil einer "kulturell-touristischen Neuausrichtung" der Stadt, die auch durch einen einstimmigen Gemeinderatsbeschluss bekräftigt worden sei.

"Starrummel" werde es in Gloggnitz nicht geben, erklärte Kropfitsch, Vorstand der Abteilung Tasteninstrumente am MUK der Stadt Wien und Begründer des Brahms-Wettbewerbes in Pörtschach (Kärnten). Hingegen sei ihm Nachhaltigkeit wichtig: Das Festival ist als "Green Event" angelegt. Sommerkurse sind für die Zukunft angedacht, ebenso eine Kooperation mit der Internationalen Sommerakademie der Musikuniversität Wien. Auch mit dem "Mozart-Schloss" Stuppach soll eine Zusammenarbeit gesucht werden, im Sinne von Abstimmung statt Konkurrenz, so Kulturstadtrat Peter Kasper (Wir für Gloggnitz). (apa)