"Ein gemeinsames Zeichen der Solidarität für die Menschen in der Ukraine", wollen Klangkörper am 22. März im Wiener Musikverein setzen. An dem speziellen Abend werden Musiker von Concentus Musicus Wien, der Orchester Wiener Akademie, vom ORF Radio-Symphonieorchester Wien, vom Tonkünstler-Orchester Niederösterreich sowie von den Wiener Symphonikern und dem Wiener Singverein mit internationalen Solisten ein gemeinsames Ensemble bilden. Der Erlös geht an "Nachbar in Not".

Die Künstler werden sich unentgeltlich in den Dienst stellen, heißt es am Dienstag in einer Aussendung der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. Für den guten Zweck konzertiert wird im Großen Musikvereinssaal. Geleitet wird der Abend vom Dirigenten Ivor Bolton. Als Solisten sind Gidon Kremer (Violine) und Jewgenij Kissin (Klavier) an Bord. Das Sängerensemble besteht aus Christiane Karg (Sopran), Lena Belkina (Alt), Michael Schade (Tenor) und Florian Boesch (Bass). Der Abend wird aufgezeichnet und am 27. März (20.15 Uhr) auf ORF III ausgestrahlt.

Das Programm wird Werke von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Mieczysław Weinberg, Ludwig van Beethoven, Igor Lobodan, Georg Friedrich Händel oder Frédéric Chopin umfassen und "ist vom Gedanken getragen, Mitgefühl und Solidarität mit den Menschen in der Ukraine musikalisch zum Ausdruck zu bringen". Die Stücke "machen jeweils auf sehr unterschiedliche Art und Weise spürbar, welche Emotionen und Gedanken die Menschen angesichts des Krieges in der Ukraine bewegen: die Trauer um die Opfer, die der Krieg schon gefordert hat, das Entsetzen über das Unrecht des Krieges, der Wunsch nach Freiheit und Unversehrtheit und nach friedlichem Zusammenleben aller Menschen", heißt es.

Konzert in St. Pölten

Mykola Diadiura, Chefdirigent und Musikdirektor der Ukrainischen Nationaloper in Kiew, wurde bei einem Gastauftritt in Polen von der Invasion seiner Heimat überrascht. Am Sonntag, 13. März, 18 Uhr, dirigiert Diadiura im Festspielhaus St. Pölten ein Benefizkonzert zugunsten "Nachbar in Not - Hilfe für die Ukraine".

Im APA-Interview bedankt sich der 1961 geborene Dirigent ausdrücklich bei der Bevölkerung und der Regierung Polens: "Sie tun alles, was in ihrer Macht steht, um den Menschen der Ukraine zu helfen." Derzeit befinden sich laut UNHCR knapp 1,5 Millionen Menschen aus der Ukraine auf der Flucht. Für die Mehrheit davon, fast eine Million Flüchtlinge, ist Polen die erste Etappe.

Das NÖKU-Benefizkonzert in St. Pölten gestaltet er gemeinsam mit dem russischen Geiger Sergej Dogadin, Kammersänger Michael Schade, dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich und dem Landestheater Niederösterreich. Ein weiteres Benefizkonzert ist nächste Woche in Polen geplant.

Verzweiflung sei für ihn keine Option, sagt Diadiura: "Ich weiß nicht, wie lange der Krieg noch dauern wird, aber wir haben bereits gewonnen. Wir müssen an die Zukunft denken und daran, wie wir das Land wieder aufbauen können. Die Kultur wird beim Wiederaufbau eine wichtige Rolle spielen." (apa)