Jeanine De Bique: Ein Name, der auf heimischen Spielplänen durchaus schon aufgefallen ist. 2020 als weibliche Hauptrolle in George Gershwins "Porgy and Bess" im Theater an der Wien, 2017 in Salzburg in der Mozart-Oper "La clemenza di Tito". Vor zehn Jahren war sie gar Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper. Die aus Trinidad stammende und in Manhattan ausgebildete Sängerin war das berührende Zentrum am Samstag in Mendelssohns Bartholdys Zweiter Symphonie. Der von ihrem intensiv leuchtenden, runden Sopran gesungene Satz "Die Nacht ist vergangen!" sorgte für Gänsehaut. Tenor Tilman Lichdi präsentierte daneben seinen Part mit einem Höchstmaß an sprachlicher Gestaltungskunst.

Der "Lobgesang" entstand im Jahr 1840, als in Leipzig der 400. Jahrestag der Erfindung der Buchdruckerkunst gefeiert wurde. Eine "Symphonie-Kantate" für Soli, Chor, Orchester und Orgel nach Worten der Heiligen Schrift. Ein fantastisches Werk, das erdet und aufrichtet zugleich. Im Bann dieser Kraft stand auch der 94-jährige Herbert Blomstedt, der mit Erfahrung, Ruhe und Vertrauen am Dirigentenpult agierte. Konzertmeister Rainer Honeck versah seine Aufgabe als Steuermann der Wiener Philharmoniker mit Bravour. Das Orchester klang geschmeidig, tadellos die einzelnen Bläserpartien. Der Singverein begeisterte mit leidenschaftlicher Hingabe, bei Mendelssohn noch mehr als bei der vor allem harmonisch reizvollen "Psalmensymphonie" Strawinskis. Das "Musikverein Festival A!" ist eröffnet und bot im Anschluss gar ein Platzkonzert der Musikkapelle Zellerndorf.