Die spanische Opernsängerin Teresa Berganza ist am Freitag im Alter von 89 Jahren in San Lorenzo del Escorial nordwestlich von Madrid gestorben.

Schon kurz nach ihrem internationalen Durchbruch in den 1950er Jahren feierte die ursprünglich als Pianistin ausgebildete Sängerin Triumphe. Die Medien nannten Teresa Berganza vielfach "Mezzosopran des Jahrhunderts". Sie sang im Madrider Teatro Real, in der Mailänder Scala, in der Wiener Staatsoper, in der Londoner Covent Garden Opera und an der New Yorker Met. Ihr zentrales Repertoire waren die Opern von Wolfgang Amadeus Mozart, Gioachino Rossini und Georges Bizet.

1994 wurde sie als erste Frau zum Mitglied der Königlichen Akademie der Künste Spaniens gewählt.

1992 trat Teresa Berganza bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Barcelona auf. 2008 beendete sie ihre Karriere.

Teresa Berganza rückte ein typisches Nebenrollen-Stimmfach ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Sie besaß eine ungewöhnlich schöne, leuchtende Stimme, die sie technisch makellos führte. Einerseits sang sie Werke spanischer Komponisten, die auf Basis der Folklore schrieben, etwa Manuel de Falla, sie sang auch Rollen in Zarzuelas, andererseits gestaltete sie die wenigen großen Mezzosopran-Rollen des Repertoires auf eine unnachahmliche Weise, in der sie Temperament mit einem intellektuellen Zugang verband. Sie konnte verrucht sein als Bizets Carmen, hintersinnig verspielt als Rossinis Cenerentola, von nobler Größe als Henry Purcells Dido: Alle Bühnengestalten, die sie verkörperte, fanden in ihr die ideale Interpretin.

Auch, wenn sie in einer der vielen typischen Mezzosopran-Rollen auftrat, die keine Hauptrollen sind, gelangen ihr Charakterstudien, dank der die Personenkonstellationen auf der Bühne umgewichtet wurden. Was es auch war: Opernabende mit Teresa Berganza trugen stets den Stempel des Außerordentlichen. (eb/nt/apa)