Mars, Venus, Merkur, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun. Die Reihenfolge der Planeten in Gustav Holsts Orchestersuite ist bekannt. Mit der Frage, was aber davor kam, wurde vom Konzerthaus der Südtiroler Komponist Gerd Hermann Ortler betraut, dessen dreiviertelstündiges Werk "Urknall. The Birth of the Universe" durch das formidable phil Blech Wien, Olivier Latry an der Orgel und einen Damenchor aus der Wiener Singakademie, coro siamo und Chorus Juventus mit Erfolg aus der Taufe gehoben wurde.

Mit einer ganz feinen Linie des Frauenchors begann Ortlers Urknallfantasie, über die sich bald immer mehr Dissonanzen legten, während die Orgel mit einem tiefen Brummen einstieg und sich das Ganze zu immer intensiveren Klanggebilden steigerte. Ein Auf- und Abwallen, ein Schichten von Rhythmen, Tönen und Klangflächen, das teils an Minimal Music erinnerte. In weiterer Folge durchschritt das Werk aber zahlreiche Stilrichtungen, wie um die Vielfalt der Schöpfung darzustellen. An Filmmusik sowie an Holst gemahnende monumentale Melodien der Blechbläser changierten mit ätherischer feiner, fast spukhafter Sphärenharmonie, mit Windgesäusel aus dem Chor, maschinenartigen Klängen der Orgel und in der Mitte auch jazzigen Bigbandsounds, womit Ortler seinem hauptsächlichen Metier nicht fern blieb.

Nach der Pause dann Holsts Planetensuite in einer eigenen Bearbeitung für ebendiese Besetzung. Dass dieses Werk der eigentliche Ausgangspunkt des Abends und es zu spielen somit eine dramaturgische Notwendigkeit war, vermochte aber nicht darüber hinwegzutäuschen, dass die Bearbeitung dem Original mangels Streicher und Holzbläser in puncto Klangfarben und Differenziertheit des Klangs nicht gerecht werden konnte.