Schlagwerk zu spielen kann ganz schön schweißtreibend sein. Solo-Schlagwerk zu spielen ist es in jedem Fall. Vernünftig also, dass Martin Grubinger, Koryphäe auf dem Gebiet dieser Instrumentengruppe, im kurzärmligen schwarzen T-Shirt und mit weißem Handtuch zum Dienst auf der Bühne des Konzerthauses erschien. An seiner Seite die Wiener Symphoniker unter Lorenzo Viotti und eine Menge Schlagwerk, davon in Avner Dormans dreiteiliger Komposition "Frozen in time" am meisten genutzt das Vibraphon. Das 2007 für Grubinger entstandene Werk beschreibt eine Reise zu drei Weltregionen. Feinperlende Klänge steigern sich in "Indoafrica"zu einem immer fordernderen Drängen, das sich in einem ausdauernden Solo Grubingers entlädt und schließlich wieder im am Ende kaum mehr Hörbaren verliert. Zart, fast gehaucht der Weg durch "Eurasia", hin und wieder vom Donner imaginärer Schlachtfelder unterbrochen, temporeich, bunt und laut die "Americas". Als Zugabe dann noch eine wahrhaft circensische Solo-Artistik Grubingers an der Trommel, unfassbar schnell, präzise, nuancenreich und witzig.

Nach der Pause hatte Lukáš Vondráček die undankbare Aufgabe, für die erkrankte Yuja Wang bei Rachmaninows Erstem Klavierkonzert einzuspringen. Undankbar überdies, weil Vondráčeks zügige, sehr expressive Interpretation nie eine organische Einheit mit Viottis unaufgeregten Symphonikern fand, zudem auch in sich solitäres Stückwerk von Virtuosem neben Nachdenklichem blieb. Als Tasten-Derwisch riss er das Publikum gleichwohl ebenso von den Sitzen wie Grubinger zuvor.