Am 1. Jänner steht mit Franz Welser-Möst ein alter Bekannter am Pult des Neujahrskonzerts 2023. Schließlich hat der 62-Jährige das musikalische Großereignis mit den Wiener Philharmonikern im Goldenen Saal des Musikvereins zum Auftakt des neuen Jahres bereits zwei Mal (2011 und 2013) dirigiert. Programmatisch setzt man heuer allerdings beinahe gänzlich auf ein Premierenfeuerwerk: 14 der geplanten 15 Stücke werden erstmals im Rahmen des Konzerts erklingen.

Lediglich der Walzer "Aquarellen" von Josef Strauß war 2002 schon einmal Teil des Programms. "In der Vorbereitung haben wir so viele großartige, noch unbekannte Schätze aus der Strauß-Dynastie und ihrem Umfeld gefunden", freute sich Welser-Möst am Freitag in einer Aussendung. Diese Recherchearbeit hat nun dazu geführt, dass 2023 erstmals beinahe ausschließlich Erstaufführungen das Neujahrskonzert konstituieren.

Außergewöhnlicher Stellenwert

Eine Besonderheit, die durchaus der Beziehung zwischen dem Orchester und seinem Dirigenten nahekommt, wie in einer Würdigung des Philharmoniker-Vorstands Daniel Froschauer deutlich wird: "Franz Welser-Möst nimmt in der Geschichte der Wiener Philharmoniker einen außergewöhnlichen Stellenwert ein."

Was gleich bleibt, ist die große Dominanz der Strauß-Familie zum Jahresbeginn. Von Eduard Strauß' Polka "Wer tanzt mit?" über Johann Strauß' "Zigeunerbaron-Quadrille" bis hin zu Josef Strauß' "Heldengedichte" erstreckt sich der neue, neujahrskonzertlich noch unerschlossene Klangkosmos. Aber man muss wohl kein allzu großer Prophet sein, um zu prognostizieren, dass mit dem "Donauwalzer" und dem "Radetzky-Marsch" zum Abschluss Vertrautes erklingen wird. (apa)