Die Erste-Bank-Kompositionspreisträger der vergangenen zwei Pandemiejahre und die aktuelle Siegerin wurden im Konzerthaus geehrt - jedes Jahr ein Fixpunkt und Szenetreff beim Festival Wien Modern und weit mehr als eine ehrenvolle Auszeichnung. Ein stattliches Preisgeld, eine Aufführung durch das renommierte Klangforum Wien und eine CD-Produktion sind das großartige Paket für Komponierende der jüngeren Generation.

Eine weibliche Computerstimme zählt in Matthias Kranebitters "Encyclopedia of pitch and deviation" auf, was bei 20.000 bis 14 Hertz zu hören ist: diverse Chakrafrequenzen, Waschmaschinensurren, auch akustische Phänomene wie die Schumann-Resonanz. Mit Ironie und treibendem Rhythmus rast ein Kaleidoskop an prägnanten, kurzen Passagen vorbei. Auch Christof Ressis "short stories" sind kleinteilig angelegt: Er setzt die engagiert unter der Leitung von Tim Anderson agierenden Mitglieder des Klangforums als Jukebox ein, die knappe Zitate aus Filmmusik, Schlagern, Jazz und Klassik bringen, gekonnt ineinander montiert. Motive werden wie Pingpong-Bälle zwischen den Instrumenten hin- und hergeworfen, vor dem inneren Auge läuft ein Comicstrip ab.

Sara Glojnaric beschreibt ihr Werk "Pure bliss" als "eine Art musikalischen Schnappschuss im Polaroid-Stil". Dafür hat sie ihr persönliches Best-of an Musikmomenten zusammengeführt - mit wabernden Elektronikklängen, tiefem Dröhnen und vertrackten Rhythmen, die durch etliche Instrumente wandern. Das überzeugendste Stück des Abends.