Die Osterfestspiele Salzburg und die Berliner Philharmoniker wagen sich nach der "Scheidung" im Jahr 2012 erneut vor den Traualtar: Im Jahr 2026 wird das deutsche Spitzenorchester wieder an die Salzach zurückkehren, und das nicht nur einmalig, sondern erneut als permanentes Residenzorchester. Das von Intendant Nikolaus Bachler begonnene Konzept der jährlich wechselnden Orchester bleibt also nur ein kurzes Zwischenspiel.

Herbert von Karajan hatte das Festival in der Karwoche 1967 auch als "Werbeveranstaltung" für die neuesten Schallplatten, die er mit "seinen" Berliner Philharmonikern eingespielt hat, gegründet. Auch nach dessen Tod im Jahr 1989 blieb das Orchester für Ostern in Salzburg, bis es 2011 zum Bruch kam: Das Orchester kündigte seinen Abschied nach den Osterfestspielen 2012 an und wechselte danach nach Baden-Baden. Die Verärgerung in Salzburg war groß, mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden unter Christian Thielemann fand man aber umgehend einen adäquaten Ersatz - der Dirigent wurde auch künstlerischer Leiter des Festivals.

Mehr als 40 Jahre gemeinsame Geschichte

Die Bestellung Bachlers zum kaufmännischen Geschäftsführer ab 2020 und zum Intendanten ab 2022 führte noch vor dessen Dienstantritt zu Divergenzen zwischen ihm und Thielemann. Im September 2019 griffen die Gesellschafter (Land und Stadt Salzburg, Salzburger Land Tourismus, Karajan-Stiftung und Förderer) in den Konflikt ein und kündigten an, den Vertrag mit der Staatskapelle und Thielemann nach 2022 nicht mehr zu verlängern.

Bachlers Konzept sah danach ein jährlich wechselndes Orchester vor. Doch noch bevor die Musiker des ersten Gastes - 2023 das Gewandhausorchester Leipzig unter Andris Nelsons - zum ersten Mal in den Orchestergraben gestiegen sind, kündigte Bachler nun die Rückkehr der Berliner ab 2026 an. Er freue sich sehr, "dass es gelungen ist, das Gründungsorchester wieder an dieses ganz besondere Festival binden zu können - denn die Berliner Philharmoniker und Salzburg haben eine mehr als 40-jährige gemeinsame Geschichte, die mit Chefdirigent Kirill Petrenko neu erblühen wird", so Bachler am Montag in einer Aussendung. Zum Programm für 2026 äußerte er sich noch nicht, dieses werde im Jahr bekanntgegeben. (apa)