Mehrere Gründe sprachen im Vorfeld für einen Besuch dieses Abends: Die Werkauswahl, der Dirigent mit seinem Orchester, die Solisten. Vor allem aber die Kombination der Einzelkomponenten. Im Wiener Musikverein wurde am Mittwoch Isabelle Fausts Porträt-Reihe fortgesetzt. Mit dem laut der deutschen Geigerin schönsten Stück, das Wolfgang Amadé Mozart für die Violine geschrieben habe. Wie Isabelle Faust die Sinfonia concertante KV 364 gemeinsam mit Antoine Tamestit und den von Sir John Eliot Gardiner geleiteten English Baroque Soloists spielte, war schlicht meisterhaft. Bereits der Auftritt von Faust und Tamestit nach einer zum Aufwärmen präsentierten Pariser Symphonie von Joseph Haydn erhöhte den gesamten Energiepegel auf dem Podium. Mit konzentriertem Elan und der ihr eigenen alles überstrahlenden natürlichen Souveränität begab sich Faust direkt ins Herz der Musik, mitten in Mozarts musikalische Tiefe. Bratschist Antoine Tamestit folgte ihr blind, gemeinsam parlierten und dialogisierten sie - miteinander, jeder für sich, mit dem Orchester. Eine kammermusikalische Sternstunde, die man auf der Stuhlkante sitzend atemlos verfolgte.

Federnde Klangkulisse

Die bis ans letzte Pult motivierten English Baroque Soloists ließen sich gerne verzaubern und woben eine duftig federnde Klangkulisse, in welche Violine und Bratsche eintauchten, um im Nu wieder hervorzuleuchten. Altmeister Gardiner ließ das Spiel der Kräfte geschehen, unterstrich hie und da mit gezielten Gesten. Nach der Pause Mozarts "Linzer" Symphonie KV 425, die wie im Flug verging.