Nach diesem Rezept hat das "sirene Operntheater" in Kooperation mit dem Tiroler Landestheater bereits das zweite Mal einen Musiktheaterabend gebacken. Dargereicht wurde die würzige Mischung im Wiener Jugendstiltheater.

Den Kuchen machte die Regie von Kristine Tornquist. Sie stellte mit Bühnenbildnerin Julia Libiseller die sieben "Operellen" in eine überdimensionale Einbauküche, deren oberes Ende eine Mondlandschaft stilisierte. Die einzelnen Opernhäppchen mundeten nicht alle gleich. Johanna Doderer vertonte Daniel Glattauers Internet-Chat kurzatmig und rhythmisch vertrackt. Dem entsprach eine ungeschickt fahrige Umsetzung auf der Bühne.

Galilei im Suppentopf

Zu den Rosinen des Abends zählte Barbara Frischmuths "Mirabellenkompott oder Mostbirnenmus", originell verfeinert von Ulrich Küchl. René Clemencic als einziger prae-postmoderner Komponist lieferte die musikalisch im positivsten Sinn altmodischste, kompositorisch stringenteste Arbeit, konzentriert umgesetzt von Leif Klinkhardt und dem Tiroler Ensemble für Neue Musik.

Librettist Günter Rupp steckte das vorgegebene Personal in eine gezwungen daherkommende Diskurs oper. Komponist Jury Everhartz und die Regie wirkten ratlos, letztere steckte Galilei in einen Suppentopf. Als Köchin famos: Lysianne Tremblay.

Der Hauptgang war ohne Zweifel Antonio Fians "Tod auf dem Mond", originell vertont von Herwig Reiter - inklusive singender Gläser und Raumschiff-Enterprise-Sound: Dem Mann im Mond (Eleonore Bürcher) fehlen die Vokale. Er raubt sie einem Astronauten, der dafür sterben muss. Schließlich kann der Mann im Mond fehlerfrei, aber einsam singen: "so allein wie ich kann keiner sein". Neben der darstellerisch herausragenden Mezzosopranistin Lysianne Tremblay sangen Jennifer Chamandy, Alexander Mayr und Andreas Mattersberger stimmsicher und in wechselnden Rollen.

7 Operellen (2)

Abkürzungen und

Beschleunigungen

Werke von Herwig Reiter, René Clemencic u. a.

Jugendstiltheater

01/9460174

Wh.: 28. und 29. März

G´schmackig.