Thielemann begeistert in Wien.
Thielemann begeistert in Wien.

Jetzt ist sie also wirklich da, die neue Saison im ehrwürdigen Musikvereinssaal. Aber halt, das ist nicht irgendeine Saison. 200 Jahre Gesellschaft der Musikfreunde in Wien: Hier wird so richtig geklotzt. Nach dem Chicagoer Entree mit Riccardo Muti ging’s zum Experten für neudeutsche Zukunftsmusik des 19. Jahrhunderts, zu Christian Thielemann.

Wer einen sommerfestivalermüdeten Dirigenten erwartete, irrte gewaltig. Kapitän Thielemann und sein Adjutant Anton Bruckner (oder umgekehrt?) luden das Publikum zu einer Luxuskreuzfahrt auf die MS Dresden. Die Damen und Herren der Sächsischen Staatskapelle agierten als perfekte Mannschaft. Schon eingangs schallte von fern das exakte Horn: "Hört, hier erwartet Euch gelebte Tradition!".


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Thielemann ließ mit geschickt gesetzten Generalpausen den kollektiven Atem im Goldenen Saal stocken - ganz zu schweigen freilich von den obligaten Hustern, die sich nur zwischen den Sätzen des symphonischen Dampfers namens Bruckners Achte entluden.

Währenddessen aber gewaltige Spannung: Präzise gelangen die flirrenden Streicher-Tremoli im Scherzo. Im Adagio eine erhaben strahlende Sternennacht auf hoher See. Und im Finale? Das Ensemble und sein zukünftiger Chefdirigent produzierten einen nachvollziehbar gewaltigen Wellengang, der logischerweise in tosender Applausbrandung gipfelte.

Die Messlatte für die kommenden Musikvereins-Gratulanten ist somit sehr hoch gelegt.

Konzert

Sächsische Staatskapelle Dresden
Christian Thielemann (Dir.)
Bruckners Achte Symphonie
Musikverein
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