Souveräner, schöner Ton: Sol Gabetta.
Souveräner, schöner Ton: Sol Gabetta.

Eisenstadt. Mit zwei lebhaft akklamierten Konzerten des Orchestra of the Age of Enlightenment unter Trevor Pinnock setzen die Eisenstädter Haydntage ihren Höhenflug fort. Pinnocks Geheimnis liegt wohl in der Natürlichkeit seines Musizierens, mit der er alle aufgesetzten Effekte, alle überspitzten Tempi vermeidet. So gelangte, auch dank des tüchtigen Ensembles und des exzellenten Choirs of the Enlightenment, Haydns "Schöpfung" zu einer wahrhaft herzerwärmenden Wiedergabe. Unter den Solisten dominierte der prachtvolle Bass von Matthew Rose neben dem hellen Tenor von Benjamin Hullet, während es dem Sopran von Christina Landshammer an der nötigen Tiefe fehlte.

Tags darauf erlebte man ein buntscheckiges Programm nach dem Geschmack des 18. Jahrhunderts. Grundgedanke war, die hohe solistische Kompetenz führender Orchestermitglieder ins hellste Licht zu rücken; sowohl mit Solostücken von Purcell, Haydn und Salomon als auch mit den reichen Solopassagen in Haydns Symphonie "Le matin". Mit ihrem schlank aufblühenden Sopran konnte Landshammer diesmal einen durchschlagenden Erfolg verbuchen, von Pinnock am Hammerflügel stilsicher begleitet.

Nur partiell begeisterte dann Giovanni Antonini mit seinem Giardino Armonico. Zwar brannten die Musiker zu Beginn bei Boccherinis Streichquintett "Fandango" ein Feuerwerk an guter Laune ab. Doch Solocellist Giovanni Sollima hatte namentlich mit dem Stirnsatz von Haydns D-Dur-Konzert ernsthafte Probleme.

Fulminant aber gelang der zweite Teil des Abends mit der faszinierenden Perfektion und den geschärften dynamischen Kontrasten im Spiel des Ensembles. Ergreifend kam so bei Pietro Locatellis Concerto grosso "Il Pianto d’Arianna" der Schmerz der verlassenen Prinzessin zur Darstellung. Und scharf beleuchtet traten die Details von Haydns Symphonie "La Roxelane" (Hob.I:63) hervor.

Besser geht’s nicht

Mit Samuel Barbers expressiv vorgetragenem "Adagio for Strings" zollte am nächsten Abend das Kammerorchester Basel dem Festivalmotto seinen Tribut. Hingegen hielt Konzertmeisterin Yuki Kasai bei Haydns Symphonien Nr. 84 und 45 ("Abschied") zu betont zartem Spiel an. Dazwischen bot die argentinische Cellistin Sol Gabetta eine ideale Interpretation von Haydns C-Dur-Konzert: Technisch souverän bis in die höchsten Lagen, dabei mit schöner, unaufdringlicher Kantabilität - besser kann man dieses Werk nicht spielen.